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Inhaltsstoffe in der täglichen Pflege • 5 Min. Lesezeit

AHA- vs. BHA-Säuren — welches chemische Peeling passt zu deiner Haut?

AHA oder BHA — welche Peeling-Säure ist die richtige? Wir vergleichen Glykol-, Milch- und Salicylsäure: Wirkung, Effekt und Einsatz für jeden Hauttyp.

Veröffentlicht: 2026-06-01 • Aktualisierung: 2026-06-01

Was sind AHA- und BHA-Säuren?

Ein chemisches Peeling ist eine der wirksamsten Methoden, um die Hautstruktur zu verbessern, Pigmentflecken zu reduzieren und Akne zu bekämpfen. Statt die Hornschicht mechanisch abzutragen, wirken Peeling-Säuren auf zellulärer Ebene — sie lösen die Verbindungen zwischen abgestorbenen Zellen und beschleunigen so deren natürliche Abschuppung. Die beiden größten Gruppen sind Alpha-Hydroxysäuren (AHA) und Beta-Hydroxysäuren (BHA).

Obwohl beide Säuretypen die Hornschicht abtragen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrem chemischen Aufbau und — was noch wichtiger ist — in ihrem Verhalten auf der Haut. Diese Unterschiede zu verstehen ist der Schlüssel zu einer wirksamen Pflege.

AHA — hydrophile Säuren für die Hautoberfläche

Alpha-Hydroxysäuren sind wasserlösliche organische Säuren. Sie wirken an der Oberfläche der Hornschicht, lockern die Bindungen zwischen den Korneozyten (den abgestorbenen Zellen der Hornschicht) und unterstützen deren physiologische Abschuppung.

Die wichtigsten AHA in der Kosmetologie:

  • Glykolsäure — kleinstes Molekül, tiefste Penetration, stärkste Wirkung
  • Milchsäure — milder, mit zusätzlich feuchtigkeitsspendender Wirkung (Humektant)
  • Mandelsäure — große Moleküle, sehr milde Wirkung, gut für Haut mit Rosazea
  • Wein- und Apfelsäure — werden unterstützend eingesetzt, seltener als wichtigster Wirkstoff

AHA werden besonders empfohlen bei: Pigmentflecken, rauer Hautstruktur, feinen Fältchen und Trockenheit. Sie regen außerdem die Kollagensynthese an.

Die Europäische Kommission regelt in der Verordnung EU 1223/2009 die maximalen AHA-Konzentrationen in kosmetischen Produkten: bis zu 10 % in Gesichtspflegeprodukten (pH ≥ 3,5) und bis zu 6 % in abzuspülenden Produkten. Professionelle Kabinenpräparate können deutlich höhere Konzentrationen enthalten — sie werden ausschließlich von Fachleuten angewendet.

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BHA — lipophile Säuren für das Innere der Poren

Beta-Hydroxysäuren, in der kosmetischen Praxis vor allem die Salicylsäure, unterscheiden sich von AHA durch eine entscheidende Eigenschaft: Sie sind fettlöslich (lipophil). Das bedeutet, dass sie tief in die Talgdrüsen und in mit Sebum gefüllte Poren eindringen können.

Diese Eigenschaft macht BHA unersetzlich im Kampf gegen:

  • Mitesser (sowohl offene als auch geschlossene)
  • Entzündliche Akne (komedolytische und entzündungshemmende Wirkung)
  • Vergrößerte Poren (regelmäßige Anwendung verringert ihre Sichtbarkeit)
  • Fettige und Mischhaut (Regulierung der Sebumproduktion)

Salicylsäure zeigt dabei eine eigene entzündungshemmende Wirkung — sie hemmt die Synthese von Prostaglandinen, was sie von den rein abschuppend wirkenden AHA unterscheidet. Laut den Daten des SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) ist Salicylsäure in Kosmetika bis zu einer Konzentration von 2 % sicher (mit Ausnahme von Produkten für Kinder unter 3 Jahren, wo sie eingeschränkt ist).

AHA vs. BHA — die wichtigsten Unterschiede in der Übersicht

  • Löslichkeit: AHA — wasserlöslich; BHA — fettlöslich
  • Wirktiefe: AHA — Oberfläche der Hornschicht; BHA — Inneres der Poren und Talgdrüsen
  • Hauptindikationen: AHA — Pigmentflecken, trockene Haut, Hautalterung; BHA — Akne, Mitesser, fettige Haut
  • Verträglichkeit bei empfindlicher Haut: AHA (Milch-, Mandelsäure) — gut; BHA (Salicylsäure) — meist gut
  • Feuchtigkeitsspendende Wirkung: Milchsäure (AHA) — ja; BHA — nein

Welche Säure passt zu deinem Hauttyp?

Trockene oder normale Haut mit Pigmentflecken: Greife zu AHA — Glykol- oder Milchsäure. Milchsäure ist milder und gleichzeitig feuchtigkeitsspendend.

Fettige oder Mischhaut mit Neigung zu Akne: BHA (Salicylsäure) ist die naheliegende Wahl — sie dringt in verstopfte Poren ein und wirkt entzündungshemmend.

Haut mit Akne und postakneischen Pigmentflecken: Erwäge die Kombination beider Typen — BHA am Abend, AHA mehrmals pro Woche. Möglich ist auch der Einsatz kombinierter AHA+BHA-Produkte, die zunehmend an Beliebtheit gewinnen.

Empfindliche oder reaktive Haut: Beginne mit den niedrigsten Konzentrationen von Milch- oder Mandelsäure. Vermeide Glykolsäure bei stark reaktiver Haut.

Die Informationen in diesem Artikel haben rein edukativen Charakter. Bei starker Akne, ausgedehnten Pigmentflecken oder Hauterkrankungen konsultiere vor dem Einsatz von Säuren einen Dermatologen.

Regeln für die sichere Anwendung von Säuren

  1. Verwende morgens immer einen Lichtschutz mit SPF 30+ — Säuren erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut
  2. Führe Säuren schrittweise ein — beginne mit 1–2 Mal pro Woche
  3. Kombiniere sie nicht in einer Anwendung mit Retinoiden und anderen starken Säuren (Reizungsrisiko)
  4. Warte nach dem Auftragen eines säurehaltigen Tonikums mind. 20–30 Min. vor der nächsten Schicht
  5. Führe einen Verträglichkeitstest an einer kleinen Hautstelle durch

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FAQ

AHA (z. B. Glykol- und Milchsäure) sind wasserlöslich und wirken an der Oberfläche der Hornschicht. BHA (Salicylsäure) sind fettlöslich und dringen tief in die Poren ein. Dieser Unterschied bestimmt die Anwendung: AHA gegen Pigmentflecken und Hautalterung, BHA gegen Akne und Mitesser.

Ja, aber nicht in einer Anwendung. Die beste Strategie ist, BHA am Abend und AHA mehrmals pro Woche (oder abwechselnd) zu verwenden. Es gibt auch kombinierte AHA+BHA-Formeln in einem Produkt — sie sind in der Regel gut ausbalanciert.

Ja, sofern sie in den vom EU-Recht regulierten Konzentrationen angewendet werden. Die Europäische Kommission legt in der Verordnung 1223/2009 Grenzwerte fest (bis 10 % AHA in Gesichtsprodukten, bis 2 % Salicylsäure). Tagsüber sollte immer ein SPF-Schutz verwendet werden.

Das hängt von der Konzentration und der Empfindlichkeit der Haut ab. Produkte für den täglichen Gebrauch (Tonika mit 5–7 % AHA oder BHA) können einmal täglich oder jeden zweiten Tag verwendet werden. Stärkere Peelings (10–15 % AHA) werden 1–3 Mal pro Woche angewendet. Beobachte die Reaktion deiner Haut.

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