Antitranspirant vs. Alaun — Wirksamkeit und Sicherheit im Vergleich
Antitranspirant oder Alaun — wir vergleichen Wirksamkeit, Inhaltsstoffe und Sicherheit. Was sagt die Wissenschaft zu Aluminiumsalzen und Kalialaun?
Woher kommt der Schweiß und warum entsteht Geruch?
Der von den ekkrinen Drüsen produzierte Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser mit Elektrolyten — er ist an sich geruchlos. Der unangenehme Geruch entsteht durch den Abbau organischer Verbindungen (Fettsäuren, Sterole) durch Hautbakterien — vor allem Staphylococcus hominis und Corynebacterium. Antitranspirantien und Alaun setzen an diesem Problem auf unterschiedliche Weise an.
Wie wirkt ein Antitranspirant?
Antitranspirantien enthalten Aluminiumsalze — meist Aluminiumchlorohydrat (Aluminum Chlorohydrate, ACH), Aluminiumchlorid (Aluminum Chloride) oder Aluminium-Zirkonium-Verbindungen (Aluminum Zirconium Tetrachlorohydrex GLY). Diese Salze dringen in die Ausgänge der Schweißdrüsen ein und bilden einen gelartigen Pfropfen, der die Schweißabgabe physikalisch um 20–40 % blockiert (je nach Konzentration und Darreichungsform). Die Wirkung ist also antitranspirierend — sie verringert die Schweißproduktion selbst und nicht nur den Geruch.
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Wie wirkt Alaun?
Kalialaun (Alum, Potassium Alum — K Al(SO₄)₂ · 12H₂O) ist ein natürliches Mineral. Es wirkt anders: Es blockiert die Poren nicht, sondern schafft auf der Haut ein Milieu mit niedrigem pH-Wert, das das Wachstum der geruchsverursachenden Bakterien hemmt. Damit ist es eigentlich ein mineralisches Deodorant und kein Antitranspirant. Das Schwitzen läuft normal ab — es entsteht jedoch kein Geruch, weil die Bakterienflora vorübergehend gehemmt wird.
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Die Frage des Aluminiums — was sagt die Wissenschaft?
Bedenken zum Zusammenhang von Aluminiumsalzen mit Brustkrebs und der Alzheimer-Krankheit kursieren seit Jahren im Internet. Es lohnt sich jedoch, die Fakten genauer zu betrachten:
- Brustkrebs: Der Wissenschaftliche Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ der EU (SCCS) hat in seiner Stellungnahme SCCS/1613/19 festgestellt, dass sich auf Grundlage der verfügbaren Daten kein ursächlicher Zusammenhang zwischen Aluminiumsalzen in Antitranspirantien und Brustkrebs bestätigen lässt. Zugleich hat der SCCS maximal sichere Konzentrationen festgelegt: 10,60 % für ACH in Sprays und 6,25 % in Cremes/Sticks.
- Alzheimer-Krankheit: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weist darauf hin, dass die Hauptquelle der Aluminiumbelastung die Ernährung ist (Lebensmittel, Wasser) und nicht Kosmetika. Die Aufnahme von Aluminiumsalzen aus Antitranspirantien über die Haut ist verschwindend gering (geschätzt auf 0,00048–0,06 % der Dosis).
- Kalialaun ist ein ionisches Molekül, das nur schwach in die Haut eindringt. Die verfügbaren Daten deuten auf eine hohe Sicherheit hin, auch wenn im Vergleich zu den in Antitranspirantien verwendeten Aluminiumsalzen langfristige klinische Studien fehlen.
Wirksamkeit — der praktische Vergleich
| Kriterium | Antitranspirant | Alaun |
|---|---|---|
| Verringerung des Schwitzens | Ja (20–40 %) | Nein |
| Geruchskontrolle | Sehr gut | Gut bei geringer Aktivität |
| Wirkdauer | 24–72 h | 8–12 h |
| Risiko von Flecken auf der Kleidung | Ja (gelbe Flecken durch Aluminiumsalze) | Minimal |
| Hautreizungen | Möglich (besonders nach der Rasur) | Selten |
Wer sollte zu Alaun greifen?
Alaun eignet sich für Menschen mit geringer bis mäßiger Schweißneigung, empfindlicher Haut, die nach der Rasur zu Reizungen neigt, sowie für alle, die bewusst auf synthetische Zusätze verzichten. Bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose) oder intensiver körperlicher Anstrengung reicht es nicht aus.
Sind Antitranspirantien gesetzlich reguliert?
Ja. In der Europäischen Union unterliegen Antitranspirantien als kosmetische Mittel der EU-Verordnung 1223/2009. Die Höchstkonzentrationen von Aluminiumsalzen sowie die Anforderungen an Sicherheitsprüfungen werden vom SCCS festgelegt. Die Hersteller sind verpflichtet, eine Sicherheitsdokumentation (Product Safety Report) zu führen, die den Aufsichtsbehörden zur Verfügung steht.
Vollständige Informationen zu Aluminiumsalzen und Alaun findest du in der PurScore-Enzyklopädie der Inhaltsstoffe.
Die Informationen in diesem Artikel dienen Bildungszwecken. Bei übermäßigem Schwitzen oder Hautreaktionen konsultiere einen Dermatologen.
FAQ
Ja, Kalialaun (Potassium Alum) enthält Aluminium, allerdings in ionischer Form, die nur schwach in die Haut eindringt. Das ist eine andere Form als die in Antitranspirantien verwendeten Aluminiumsalze (z. B. Aluminiumchlorohydrat).
Laut der Stellungnahme des SCCS (2019) sind Aluminiumsalze in den zugelassenen Konzentrationen in Kosmetika sicher. Ein Zusammenhang mit Brustkrebs oder der Alzheimer-Krankheit wurde nicht bestätigt. Personen mit geschädigter Haut (nach der Rasur) sollten vorsichtig sein.
Gelbe Flecken entstehen durch die Reaktion von Aluminiumsalzen mit den Eiweißen des Schweißes und den Fasern des Stoffes; sie werden bei hohen Temperaturen verstärkt. Eine geringere Produktmenge und das Anziehen der Kleidung erst nach dem Trocknen des Antitranspirants verringern diesen Effekt.
Bei intensiver körperlicher Anstrengung und starkem Schwitzen bietet Alaun in der Regel nicht den ganzen Tag über ausreichenden Schutz. Besser eignet es sich als Option für den Alltag bei mäßiger Aktivität.
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