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Inhaltsstoff-Sicherheit • 5 Min. Lesezeit

Ist Glykolsäure für die Haut sicher? Konzentration, pH-Wert und Sicherheit

Ist Glykolsäure sicher? Erfahre alles über SCCS-Leitlinien und EU-Grenzwerte für Konzentration und pH-Wert, um chemische Peelings sicher anzuwenden.

Veröffentlicht: 2026-06-01 • Aktualisierung: 2026-06-01

Was ist Glykolsäure?

Glykolsäure (INCI: Glycolic Acid) ist eine Alpha-Hydroxysäure (AHA) mit der kleinsten Molekülmasse innerhalb dieser Säuregruppe, wodurch sie tiefer in die Oberhaut eindringt als beispielsweise Milchsäure oder Mandelsäure. Sie wird aus Zuckerrohr gewonnen, in der Kosmetik kommt jedoch überwiegend die synthetische Form mit definierter Reinheit zum Einsatz.

Die Wirkung der Glykolsäure beruht darauf, dass sie die Verbindungen zwischen den Keratinozyten in der Hornschicht der Oberhaut lockert, was zur Abschuppung abgestorbener Hautzellen führt. Die Effekte umfassen eine geglättete Hautoberfläche, einen ebenmäßigeren Teint, die Reduktion von Pigmentflecken und die Anregung der Kollagensynthese.

Rechtliche Regelungen: Was sagen das SCCS und die EU-Verordnung?

Die Sicherheit von AHA-Säuren, darunter auch der Glykolsäure, war Gegenstand mehrerer wissenschaftlicher Stellungnahmen des SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety). Die wichtigsten Leitlinien für Verbraucherkosmetik:

  • Konzentration bis 10 % in Leave-on-Produkten (nicht abzuspülen – Cremes, Seren, Toner): bei einem pH-Wert ≥ 3,5 als sicher eingestuft.
  • Konzentration bis 4 % in Rinse-off-Produkten (abzuspülen – Gele, Wash-off-Masken).
  • Verpflichtender Warnhinweis auf AHA-Produkten bezüglich der erhöhten Lichtempfindlichkeit und der Notwendigkeit, Produkte mit Lichtschutzfilter zu verwenden.
  • Produkte für professionelle Anwendungen dürfen höhere Konzentrationen aufweisen und unterliegen gesonderten Regelungen.

Die genannten Grenzwerte ergeben sich aus der EU-Verordnung 1223/2009, Anhang III Nr. 14, geändert durch die Verordnung 2022/1181 für AHA-Säuren (die Stellungnahme SCCS/1596/18 aus dem Jahr 2018 legte den Grenzwert von 10 % bei pH ≥ 3,5 fest). Der CosIng-Eintrag für Glycolic Acid enthält kein Anwendungsverbot, erfordert jedoch die Einhaltung der Konzentrationsgrenzen.

Warum ist der pH-Wert entscheidend?

Der Konzentrationswert allein ist nur die halbe Information. Genauso wichtig ist der pH-Wert des Produkts, denn von ihm hängt ab, welcher Anteil der Glykolsäure in der aktiven, freien (undissoziierten) Form vorliegt:

  • Bei pH 3,5 – liegen etwa 50 % der Säure in aktiver Form vor,
  • bei pH 4,0 – liegen etwa 20 % der Säure in aktiver Form vor,
  • bei pH 4,5 – liegen etwa 7 % der Säure in aktiver Form vor.

Ein Produkt mit 10 % Glykolsäure bei pH 5,0 ist deutlich milder als ein Produkt mit 5 % Glykolsäure bei pH 3,0. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf von AHA-Peelings auf Angaben zum pH-Wert zu achten – nicht nur auf die Konzentration. In unserer Kategorien Peelings versuchen wir, diese Parameter bei der Bewertung von Produkten zu berücksichtigen.

Sicherheit von Glykolsäure für verschiedene Hauttypen

Glykolsäure ist kein durchweg unbedenklicher Inhaltsstoff – das Risikoprofil hängt von der Haut und der Anwendung ab:

  • Normale und fettige Haut: verträgt Glykolsäure in Konzentrationen von 5–10 % bei pH 3,5–4,0 in der Regel gut.
  • Trockene und dehydrierte Haut: kann bei hohen Konzentrationen Reizungen erfahren – besser mit 5 % bei höherem pH-Wert beginnen oder Säuren mit größerer Molekülmasse wählen.
  • Empfindliche und reaktive Haut: Glykolsäure wird häufig schlecht vertragen – erwäge die mildere Mandelsäure oder Lactobionsäure. Vergleiche die Optionen in der Inhaltsstoff-Suche.
  • Atopische und ekzematöse Haut: Vermeide AHA-Säuren in akuten Schubphasen. In der Remission – nur in niedrigen Konzentrationen und nach Rücksprache mit einem Dermatologen.
  • Haut mit Rosacea (Couperose): generell nicht empfohlen – hohes Potenzial, Entzündungen zu verstärken.

Wie führt man Glykolsäure sicher in die Pflege ein?

  1. Beginne mit einer niedrigen Konzentration – 5–8 %, pH 3,5–4,0. Prüfe die Verträglichkeit über 2–3 Wochen.
  2. Wende sie abends an – Glykolsäure erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut; eine Anwendung am Morgen steigert das Risiko eines Sonnenbrands.
  3. Verwende morgens immer LSF – täglich LSF 30–50 während der gesamten Anwendungsdauer von AHA. Das ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit.
  4. Mische sie nicht in einer Anwendung mit Retinol – das kann zu übermäßiger Reizung führen. Wende sie im Wechsel an.
  5. Trage sie nicht auf geschädigte oder gereizte Haut auf – akute Entzündungen, Wunden, Verbrennungen.

Glykolsäure und andere AHA-Säuren – wie wählt man richtig?

Glykolsäure ist nicht die einzige Option innerhalb der Gruppe der Alpha-Hydroxysäuren. Erwägenswerte Alternativen:

  • Milchsäure (Lactic Acid) – milder, mit feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften, gut für trockene Haut,
  • Mandelsäure (Mandelic Acid) – wird langsamer aufgenommen, sicherer für empfindliche Haut und dunklere Hauttypen,
  • Lactobionsäure (Lactobionic Acid) – eine PHA, sehr mild, empfohlen für atopische Haut.

Mehr Informationen zu den einzelnen Säuren und ihren Sicherheitsprofilen findest du in der Inhaltsstoff-Enzyklopädie von PurScore.pl. Du kannst auch konkrete Produkte in unserer Kategorien chemische Peelings vergleichen.

Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und ersetzt keine dermatologische Beratung. Bei Unsicherheiten bezüglich der Wahl eines Peelings für deinen Hauttyp konsultiere einen Dermatologen.

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FAQ

Gemäß den SCCS-Leitlinien (Stellungnahme SCCS/1596/18) und der EU-Verordnung 1223/2009 (Anhang III Nr. 14, geändert durch die Verordnung 2022/1181) liegt die sichere Glykolsäure-Konzentration in Leave-on-Produkten bei bis zu 10 % bei einem pH-Wert ≥ 3,5. In Rinse-off-Produkten beträgt der Grenzwert 4 %.

Der pH-Wert des Produkts bestimmt, welcher Anteil der Glykolsäure in der aktiven Form vorliegt. Je niedriger der pH-Wert, desto mehr aktive Säure und desto stärker die Wirkung. Ein Produkt mit niedriger Konzentration, aber sehr niedrigem pH-Wert kann stärker sein als ein Produkt mit hoher Konzentration und höherem pH-Wert.

Glykolsäure hat eine kleine Molekülmasse und dringt schnell in die Haut ein, was bei Menschen mit empfindlicher Haut Reizungen verursachen kann. Für empfindliche Haut ist Mandelsäure oder Lactobionsäure (PHA) die bessere Wahl.

Glykolsäure in niedrigen kosmetischen Konzentrationen und örtlich angewendet wird von den meisten Dermatologen in der Schwangerschaft in begrenztem Umfang als zulässig angesehen. Aufgrund fehlender umfassender Studien raten viele Fachleute jedoch zur Vorsicht und zur Wahl milderer Alternativen – besonders im ersten Trimester.

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