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Sicherheit von Inhaltsstoffen • 5 Min. Lesezeit

Verstopft Kokosöl die Poren? Komedogenität kosmetischer Inhaltsstoffe

Verstopft Kokosöl die Poren und verursacht es Akne? Erfahre mehr über die Komedogenitätsskala, wissenschaftliche Fakten und Tipps für unreine und fettige Haut.

Veröffentlicht: 2026-06-01 • Aktualisierung: 2026-06-01

Was ist Komedogenität und woher stammt die Skala?

Komedogenität bezeichnet die Fähigkeit einer Substanz, durch das Verstopfen der Haarfollikelöffnungen Mitesser (Komedonen) hervorzurufen. Bekannt wurde dieser Begriff durch die Studien von Kligman und Kwon aus den 1970er- und 1980er-Jahren, in denen Substanzen an der Haut von Kaninchenohren getestet wurden – ein Modell, das heute als wenig auf die menschliche Haut übertragbar gilt. Die Komedogenitätsskala (0–5) wird im Internet nach wie vor häufig zitiert, doch ihre wissenschaftliche Aussagekraft in Bezug auf fertige Kosmetikprodukte ist begrenzt.

Das ist eine wichtige Anmerkung: Die Komedogenität eines einzelnen Inhaltsstoffs sagt noch nichts über die Komedogenität des gesamten Kosmetikprodukts aus. Die Konzentration der Substanz in der Rezeptur, Trägerstoffe, Emulgatoren und weitere Inhaltsstoffe spielen eine ebenso große Rolle. Dennoch hilft das Wissen über potenziell komedogene Inhaltsstoffe dabei, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen – insbesondere Menschen mit Akne. Durchstöbere die Inhaltsstoff-Enzyklopädie von PurScore, um jeden Bestandteil deines Kosmetikprodukts zu überprüfen.

Kokosöl – Eigenschaften und Fettsäurezusammensetzung

Kokosöl (INCI: Cocos Nucifera Oil) wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen. Es zeichnet sich durch einen außergewöhnlich hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren aus:

  • Laurinsäure (C12) – ca. 45–50 % der Zusammensetzung; wirkt antibakteriell, ist aber der Hauptverursacher der hohen Komedogenität von Kokosöl.
  • Myristinsäure (C14) – ca. 15–20 %; ebenfalls komedogen.
  • Caprylsäure (C8) und Caprinsäure (C10) – zusammen ca. 15 %; kleinere Moleküle, weniger komedogen.

Auf der Kligman-Skala erhält Kokosöl die Bewertung 4/5, was es zu einem der am stärksten komedogenen Öle in der Kosmetik macht. Zum Vergleich: Jojobaöl (technisch gesehen ein Wachs) hat eine Bewertung von 2/5 und Wildrosenöl von 1/5.

Verstopft Kokosöl wirklich bei jedem die Poren?

Die Antwort lautet: nicht bei jedem, aber bei einem Teil der Menschen – ja. Entscheidend sind folgende Faktoren:

  • Hauttyp – Menschen mit fettiger, Misch- und Aknehaut sind deutlich anfälliger für durch Kokosöl ausgelöste Komedonen. Trockene Haut reagiert seltener mit der Bildung von Mitessern.
  • Anwendungsstelle – am Körper, an den Händen oder im Haar (als Spitzenpflege) ist Kokosöl deutlich unbedenklicher als im Gesicht, wo die Talgdrüsen aktiver sind.
  • Art der Anwendung – ein dicker Ölfilm auf dem Gesicht blockiert die Porenöffnungen deutlich stärker als eine zarte Schicht, die als Reinigungsöl (Oil Cleansing) einmassiert und anschließend abgespült wird.
  • Individuelle Hautmikrobiota – Laurinsäure hemmt das Wachstum der Bakterien Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes), was vorteilhaft ist, aber gleichzeitig das Gleichgewicht des Mikrobioms stört, was bei manchen Menschen Entzündungen verstärken kann.

Was sagen klinische Studien?

Die vorhandenen klinischen Studien mit Menschen (und nicht mit Kaninchenohren) zeichnen ein differenzierteres Bild. Ein Teil der Arbeiten bestätigt, dass als Emolliens verwendetes Kokosöl die Bildung von Mitessern bei Menschen mit Akne verstärken kann, während andere darauf hinweisen, dass eine abspülbare Rezeptur (Cleansing Oil) relativ unbedenklich sein kann. Der Mangel an großen, randomisierten Studien macht es schwierig, eindeutige Schlüsse zu ziehen.

Die Sicherheit von Kosmetika auf dem EU-Markt regelt die Verordnung (EG) Nr. 1223/2009. Sie enthält keine Liste von Inhaltsstoffen, die aufgrund von Komedogenität verboten sind – Kokosöl ist ein uneingeschränkt zugelassener Inhaltsstoff. Die Verantwortung für die Produktsicherheit liegt beim Hersteller, der vor dem Inverkehrbringen eines Kosmetikprodukts zur Durchführung einer Sicherheitsbewertung (Safety Assessment) verpflichtet ist.

Für wen ist Kokosöl sicher und für wen riskant?

Kokosöl ist generell sicher für:

  • trockene und normale Gesichtshaut
  • die Körperhaut (Pflege, Schutz)
  • Haare und Kopfhaut (Maske, Schutz vor Proteinverlust)
  • die Lippen (Lippenbalsame)

Vermeiden oder vorsichtig anwenden sollten es hingegen Menschen mit:

  • fettiger und Mischhaut
  • gewöhnlicher Akne (Acne vulgaris)
  • Neigung zur Bildung von Mitessern (DPOW – Dilated Pore of Winer)
  • Rosazea (hier ist das Risiko geringer, aber die individuellen Reaktionen sind unterschiedlich)

Es lohnt sich, die Zusammensetzung der Produkte in der Kategorien Gesichtsöle auf PurScore.pl durchzusehen und zu prüfen, ob Kokosöl nicht als Inhaltsstoff Nr. 1–5 aufgeführt ist (höhere Positionen = höhere Konzentration).

Alternativen zu Kokosöl in der Pflege von Aknehaut

Wenn du ein Öl mit geringem Komedogenitätspotenzial suchst, kommen folgende infrage:

  • Wildrosenöl (Rosa Canina Fruit Oil) – Komedogenität 1/5, reich an Linolsäure (Omega-6) und Carotinoiden (Provitamin A).
  • Hanföl (Cannabis Sativa Seed Oil) – Komedogenität 0/5, ideales Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3.
  • Maracujakernöl (Passiflora Incarnata Seed Oil) – Komedogenität 1/5.
  • Jojobaöl (Simmondsia Chinensis Seed Oil) – technisch gesehen ein flüssiges Wachs, Komedogenität 2/5, gute Verträglichkeit für fettige Haut.
  • Squalan (Squalane) – Komedogenität 0–1/5, sehr leichte Textur, hervorragend für Aknehaut.

Eine Analyse der Zusammensetzung jedes dieser Öle findest du in unserer Inhaltsstoff-Datenbank.

Fazit

Kokosöl hat ein hohes Komedogenitätspotenzial (4/5 auf der Kligman-Skala), was bedeutet, dass es bei Menschen mit fettiger oder Aknehaut die Poren verstopfen und Akne verstärken kann. Für trockene Haut, den Körper und die Haare ist es deutlich unbedenklicher. Die endgültige Antwort lautet: Es kommt auf deinen Hauttyp und die Art der Anwendung an. Bevor du ein Produkt mit Kokosöl kaufst, prüfe seine Position in der Liste der Inhaltsstoffe.

Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Wenn du Zweifel bezüglich Akne oder Hautreaktionen auf Kosmetika hast, konsultiere einen Dermatologen.

Prüfe die Inhaltsstoffe deines Kosmetikprodukts →

FAQ

Kokosöl (Cocos Nucifera Oil) wird auf der Komedogenitätsskala nach Kligman mit 4/5 bewertet, was es zu einem der am stärksten komedogenen Öle in der Kosmetik macht.

Ja, Menschen mit trockener Haut haben deutlich seltener Probleme mit der Komedogenität von Kokosöl. Trockene Haut produziert weniger Talg, wodurch die Poren weniger anfällig für Verstopfungen sind.

Bei der Oil-Cleansing-Methode wird das Öl mit Wasser oder einem Emulgator abgewaschen, was das Risiko verstopfter Poren im Vergleich zum Belassen des Öls auf der Haut deutlich verringert. Dennoch sollten Menschen mit Akne vorsichtig sein.

Gute Alternativen sind Wildrosenöl (1/5), Hanföl (0/5), Jojobaöl (2/5) und Squalan (0–1/5). Sie sind deutlich weniger komedogen und werden von fettiger und Aknehaut gut vertragen.

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