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Dermatologie und Kosmetik • 7 min Min. Lesezeit

Handekzem — Pflege und Inhaltsstoffe von Kosmetik, die wirklich hilft

Handekzem betrifft 10 % der Menschen. Lernen Sie Inhaltsstoffe für den Hautbarriere-Aufbau kennen — Ceramide, Urea, Cholesterin. Und was Sie meiden sollten.

Veröffentlicht: 2024-07-12 • Aktualisierung: 2026-01-09

Handekzem — das Ausmaß des Problems

Das Handekzem (Hand Eczema) zählt zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen in den Industrieländern. Epidemiologischen Daten zufolge betrifft es im Laufe des Lebens etwa 10 % der Bevölkerung, und unter Menschen in Berufen, die häufigem Kontakt mit Wasser und Reinigungsmitteln ausgesetzt sind (Friseure, Pflegekräfte, Köche, Reinigungskräfte), liegt dieser Anteil deutlich höher.

Die Symptome — Trockenheit, Risse, Juckreiz, Bläschen und Schuppung — können nicht nur schmerzhaft sein, sondern auch den Alltag erheblich beeinträchtigen. Während die medikamentöse Behandlung in den Händen eines Dermatologen liegt, spielt die richtige kosmetische Pflege eine zentrale Rolle als unterstützende Therapie.

Wichtig: Dieser Artikel behandelt kosmetische Inhaltsstoffe, die ekzemgeplagte Handhaut unterstützen. Er stellt keine medizinische Beratung dar — bei anhaltenden Symptomen konsultieren Sie bitte einen Dermatologen.

Warum ist die Hautbarriere so entscheidend?

Die Haut der Hände ist besonders — sie besitzt keine Talgdrüsen, und die Hornschicht ist dicker als im Gesicht. Beim Ekzem kommt es zu einer Schädigung der Lipidbarriere der Hornschicht. Normalerweise besteht diese Barriere aus Ceramiden, Cholesterin und freien Fettsäuren in genau festgelegten Verhältnissen — wie ein „Mörtel" zwischen den „Ziegeln" der Korneozyten.

Ist die Barriere geschädigt, verdunstet Wasser schneller aus der Haut (Anstieg des TEWL — des transepidermalen Wasserverlusts), und Reizstoffe sowie Allergene dringen leichter in die Tiefe ein. Es entsteht ein Teufelskreis: Schädigung → Reizung → Entzündung → weitere Schädigung.

Inhaltsstoffe, die den Barriereaufbau unterstützen

Ceramide, Cholesterin und Fettsäuren

Dieses Trio bildet das Fundament für den Wiederaufbau der Lipidbarriere. Kosmetika mit Ceramiden (insbesondere Ceramid NP, AP, EOP), Cholesterin und freien Fettsäuren in physiologischen Verhältnissen unterstützen die Regeneration der Hornschicht am wirksamsten. Suchen Sie nach Cremes, die alle drei genannten Stoffgruppen enthalten, und nicht nur eine davon — das synergistische Zusammenspiel ist entscheidend.

Ceramide in Kosmetika heilen das Ekzem nicht, helfen aber, die gestörte Barriere wiederaufzubauen, wodurch der transepidermale Wasserverlust verringert und das Eindringen von Reizstoffen begrenzt wird.

Urea (Harnstoff) 5–10 %

Urea ist einer der wirksamsten feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffe in dermatologischen Kosmetika. In einer Konzentration von 5–10 % wirkt es als Feuchthaltemittel — es bindet Wasser in der Hornschicht und verbessert deren Elastizität. Zusätzlich fördert es (in höheren Konzentrationen) das Ablösen abgestorbener Hautzellen.

Wichtige Einschränkung: Urea sollte nicht auf Haut mit Rissen und offenen Wunden aufgetragen werden — es verursacht Brennen und reizt das geschädigte Gewebe. Verwenden Sie es auf trockener, aber unversehrter Haut, als Bestandteil der Vorbeugung zwischen den Schüben.

Panthenol (D-Panthenol)

Panthenol (Provitamin B5) unterstützt die Regeneration der Oberhaut und wirkt feuchtigkeitsspendend. Es wird von empfindlicher und gereizter Haut gut vertragen. In Handpflegeprodukten kommt es häufig in einer Konzentration von 2–5 % vor.

Vaseline und Paraffin

Okklusive Inhaltsstoffe — Vaseline, flüssiges Paraffin — bilden auf der Hautoberfläche eine Schutzschicht, die die Verdunstung von Wasser einschränkt. Auch wenn sie „altmodisch" wirken mögen, ist ihre Wirksamkeit beim Schutz der geschädigten Barriere sehr gut dokumentiert. Vaseline reduziert den TEWL um bis zu 98 %.

Die Okklusionsmethode mit Baumwollhandschuhen

Die Technik der Cotton Glove Occlusion besteht darin, eine großzügige Schicht eines Emollientes auf die Hände aufzutragen und anschließend über Nacht dünne Baumwollhandschuhe anzuziehen. Die Okklusion erhöht das Eindringen der Wirkstoffe und intensiviert die Befeuchtung. Das ist eine einfache und zugleich sehr wirksame Methode zur Unterstützung der häuslichen Pflege.

Am besten bewähren sich Handschuhe aus 100 % Baumwolle — synthetische Materialien können Schwitzen und Reizungen verstärken. Die Handschuhe sollten mit einem milden, parfümfreien Waschmittel gewaschen werden.

Inhaltsstoffe, die man beim Handekzem meiden sollte

Einige kosmetische Inhaltsstoffe sind dokumentierte Reizstoffe und Allergene, die besonders gefährlich für Haut mit geschädigter Barriere sind:

  • SLS (Sodium Lauryl Sulfate) — einer der reizendsten Tenside. Schon ein kurzer Kontakt schädigt die Lipidbarriere. Er kommt in vielen Seifen, Spülmitteln und Shampoos vor.
  • Duftstoffe (Fragrance) — sowohl synthetische als auch natürliche ätherische Öle. Sie zählen zu den häufigsten Ursachen des allergischen Kontaktekzems der Hände.
  • MI (Methylisothiazolinone) und MCI (Methylchloroisothiazolinone) — Konservierungsstoffe mit sehr hohem Sensibilisierungspotenzial. MI wurde von der American Contact Dermatitis Society zum „Allergen des Jahres" erklärt. Obwohl ihre Verwendung in nicht abspülbaren Kosmetika in der EU verboten wurde, können sie weiterhin in abspülbaren Produkten vorkommen.
  • Formaldehyd und Formaldehydabspalter — DMDM Hydantoin, Imidazolidinyl Urea — Konservierungsstoffe mit reizender und sensibilisierender Wirkung.

Überprüfen Sie die Zusammensetzungen von Produkten in unserer Inhaltsstoff-Suche, um potenzielle Allergene und Reizstoffe schnell zu identifizieren.

Wie baut man eine Pflegeroutine für Hände mit Ekzem auf?

  1. Händewaschen — mit einem milden Syndet (ohne SLS) und lauwarmem Wasser. Vermeiden Sie heißes Wasser.
  2. Abtrocknen — sanftes Abtupfen mit dem Handtuch (nicht reiben), unmittelbar nach dem Waschen ein Emolliens auftragen.
  3. Emolliens tagsüber — eine Creme mit Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren. Nach jedem Händewaschen auftragen.
  4. Nächtliche Okklusion — eine dickere Schicht Emolliens + Baumwollhandschuhe über Nacht.
  5. Schutz — Schutzhandschuhe bei der Arbeit mit Wasser und Reinigungsmitteln (Nitrilhandschuhe mit Baumwolleinlage).

Wann reicht die kosmetische Pflege nicht aus?

Emollienzien und die richtige Pflege sind das Fundament, aber keine Behandlung. Wenn die Symptome des Handekzems trotz konsequenter Pflege anhalten, sich verschlimmern oder Bläschen und Nässen auftreten — konsultieren Sie unbedingt einen Dermatologen. Eine medikamentöse Behandlung (topische Kortikosteroide, Calcineurin-Inhibitoren, Phototherapie) ist häufig unerlässlich.

Mehr über die Pflege empfindlicher Haut und die Analyse von Inhaltsstoffen finden Sie in unserem Ratgeber zu Kosmetik-Inhaltsstoffen. Werfen Sie auch einen Blick in unsere Inhaltsstoff-Datenbank, um besser zu verstehen, was Sie auf Ihre Haut auftragen.

FAQ

Nein — Urea in einer Konzentration von 5–10 % sollte nicht auf Haut mit Rissen und offenen Wunden aufgetragen werden, da es Brennen verursacht. Verwenden Sie es zwischen den Schüben auf trockener, aber unversehrter Haut.

Nach jedem Händewaschen und immer dann, wenn sich die Haut trocken anfühlt. Wenden Sie abends die Okklusionsmethode mit Baumwollhandschuhen an, um die Feuchtigkeitsversorgung zu intensivieren.

Nein — herkömmliche Seife (auch natürliche) hat einen alkalischen pH-Wert, der die Lipidbarriere schädigt. Syndets mit einem pH-Wert von 5–5,5, ohne SLS und Duftstoffe, sind für ekzemgeplagte Haut deutlich milder.

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