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Sonnenschutz • 5 Min. Lesezeit

Wie viel Sonnencreme auftragen und wie im Tagesverlauf nachcremen?

Wie viel Sonnenschutz Gesicht und Körper brauchen, welche Stellen oft vergessen werden und wie Nachcremen im Alltag wirklich funktioniert.

Veröffentlicht: 2026-08-01 • Aktualisierung: 2026-08-01

Ein hoher SPF auf der Packung bedeutet nichts, wenn zu wenig Produkt auf der Haut landet — Beobachtungen zum Verbraucherverhalten deuten darauf hin, dass die durchschnittliche Person meist weniger als die Hälfte der Menge aufträgt, auf der das auf dem Etikett angegebene SPF-Testergebnis beruht. Das ist einer der Gründe, warum eine Creme mit SPF 50 im Alltag oft deutlich schwächer schützt, als die Zahl auf der Packung vermuten lässt.

Ein zweites, ebenso häufiges Problem ist fehlendes Nachcremen im Tagesverlauf — der morgens aufgetragene Filter verliert mit den Stunden, mit Wasserkontakt, Schweiß und Abrieb durch Kleidung oder Handtuch an Wirkung. Dieser Ratgeber zeigt, wie viel Produkt tatsächlich nötig ist, welche Körperstellen am häufigsten ausgelassen werden und wie Nachcremen im Alltag realistisch aussieht, auch über bereits aufgetragenem Make-up.

Referenzschichtdicke — warum die Menge zählt, nicht nur der SPF

Der auf der Packung angegebene SPF-Wert wird unter Laborbedingungen bei einer standardisierten Schichtdicke ermittelt — etwa 2 Milligramm Produkt pro Quadratzentimeter Haut. Bei dieser Dicke filtert eine Creme mit SPF 50 tatsächlich so viel Strahlung, wie das Etikett angibt.

Das Problem: Die durchschnittliche Person trägt eine deutlich dünnere Schicht auf, was den tatsächlichen Schutz gegenüber dem deklarierten SPF-Wert um bis zur Hälfte senken kann, trotz desselben Produkts und desselben Filters. Sonnenschutz „nach Augenmaß” aufzutragen, ohne diese Referenzmenge zu kennen, ist die häufigste Ursache für Enttäuschung über die Schutzwirkung.

Die Zwei-Finger-Regel — wie viel Filter für Gesicht und Hals

Eine verbreitete Faustregel ist die sogenannte Zwei-Finger-Regel — zwei Cremestreifen, entlang von Zeige- und Mittelfinger aufgetragen, reichen für Gesicht und Hals einer durchschnittlichen erwachsenen Person. Das ist deutlich mehr, als die meisten Menschen intuitiv auftragen, die an leichte Feuchtigkeitscremes gewöhnt sind.

Bei unreiner oder fettiger Haut ist die Versuchung, die Menge zu reduzieren, aus Angst vor einem fettigen Gefühl oft noch stärker — dann lohnt sich eher eine leichtere, mattierende Formel als weniger Filter aufzutragen. Mehr zur Formelwahl für solche Haut im Ratgeber Sonnencreme für unreine Haut.

Wie viel Filter für den ganzen Körper — Richtwert für den Strand

Um den gesamten Körper einer erwachsenen Person in Badekleidung abzudecken, braucht es deutlich mehr Produkt, als die meisten intuitiv annehmen — als Richtwert etwa so viel, wie ein kleines Schnapsglas fasst, verteilt auf alle unbedeckten Hautpartien. Diese Menge überrascht oft im Vergleich dazu, wie viel Filter nach einem ganzen Strandtag üblicherweise noch in der Flasche übrig ist.

In der Praxis bedeutet das: Eine Standardflasche mit 200 ml reicht für eine Person deutlich kürzer, als eine „sparsame” Nutzung vermuten lässt. Sparen am Produkt wirkt sich hier direkt auf einen schwächeren Schutz aus, nicht nur auf eine längere Nutzungsdauer der Verpackung.

In der Praxis ist es einfacher, den Körper in mehrere Zonen einzuteilen — Beine, Rumpf vorne, Rücken, Arme sowie Gesicht und Hals — und den Filter zonenweise aufzutragen, wobei jeweils optisch geprüft wird, ob die Schicht sichtbar ist, statt das gesamte Produkt in einer Bewegung über den ganzen Körper zu verteilen. Diese Aufteilung erleichtert es auch, zu dünn behandelte Stellen zu erkennen, bevor die Haut längere Zeit der Sonne ausgesetzt ist.

Stellen, die beim Auftragen am häufigsten vergessen werden

Manche Körperstellen werden beim Auftragen von Sonnenschutz auffällig oft ausgelassen, trotz regelmäßiger Sonnenexposition. Dazu gehören die Ohren, besonders ihr oberer Rand, Nacken und Hinterhals, Fußrücken in Sandalen, Haaransatz und Scheitel sowie Augenlider und die Augenpartie.

Auch die Hände werden oft vergessen, obwohl sie beim Autofahren oder Spazierengehen zu den stärker exponierten Körperstellen gehören. Ein bewusstes, systematisches Vorgehen bei diesen Bereichen — etwa immer in derselben Reihenfolge — hilft, das Auslassen einer Stelle zu vermeiden.

Reihenfolge beim Auftragen — Filter, Feuchtigkeitscreme und Make-up

Sonnenschutz wird meist als letzter Pflegeschritt aufgetragen, nach Feuchtigkeitscreme oder Serum, aber vor dem Make-up — er braucht einige Minuten, um einzuziehen und eine stabile Schicht auf der Haut zu bilden, bevor ein weiteres Produkt darübergelegt wird.

Mit Feuchtigkeitscreme kombinierte Filter sind bequemer, enthalten aber oft eine niedrigere Filterkonzentration als dedizierte SPF-Produkte, weshalb sich bei längerer Sonnenexposition eine separate Sonnencreme besser eignet. Mehr zur Kombination von Sonnenschutz und Make-up im Ratgeber Sonnencreme unter Make-up.

Wann und wie oft im Tagesverlauf nachcremen

Standardmäßig wird bei längerem Aufenthalt in der Sonne empfohlen, den Filter etwa alle zwei Stunden erneut aufzutragen, unabhängig vom deklarierten SPF-Wert. Nach dem Baden im Wasser, starkem Schwitzen oder Abtrocknen der Haut mit dem Handtuch lohnt sich ein sofortiges Nachcremen, auch wenn seit der letzten Anwendung weniger als zwei Stunden vergangen sind.

Kein SPF-Wert und keine Wasserfestigkeitsangabe verlängert sicher die Zeit zwischen zwei Anwendungen über dieses allgemeine Schema hinaus — ein höherer SPF bedeutet eine stärkere Filterung der Strahlung bei korrekter Schichtdicke, nicht eine längere Wirkdauer einer einzelnen Anwendung.

Nachcremen auf bereits aufgetragenem Make-up — was wirklich funktioniert

Nachcremen mit klassischer Creme auf bereits aufgetragenem Make-up ist unpraktisch und zerstört in den meisten Fällen den Make-up-Effekt. Im Tagesverlauf eignen sich besser mineralischer Puder mit Filter, ein Filterspray oder ein SPF-Stick, punktuell auf hervorstehende Gesichtspartien aufgetragen — Stirn, Nase, Wangenknochen.

Dabei sollte man sich der Grenzen dieser Formate bewusst sein: Die Filtermenge in Puder oder Spray entspricht selten der Referenzschichtdicke, weshalb das Nachcremen mit solchen Produkten als Ergänzung des morgendlichen Schutzes gilt, nicht als dessen vollständige Wiederherstellung. Bei langer Sonnenexposition, etwa einem ganztägigen Strandaufenthalt, bleibt das Abschminken und vollflächige Nachcremen die zuverlässigste Option.

Im Büro oder im Alltag, wenn ein Abschminken mitten am Tag nicht in Frage kommt, hilft es, von vornherein einzuplanen, dass die morgendliche Anwendung besonders sorgfältig und in ausreichender Menge erfolgen muss, da das reale Nachcremen im Tagesverlauf auf eine leichte Ergänzung mit Puder oder Stick beschränkt bleibt, nicht auf eine vollständige Wiederherstellung des morgendlichen Schutzes.

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FAQ

Als Richtwert zwei Cremestreifen entlang von Zeige- und Mittelfinger, die sogenannte Zwei-Finger-Regel — das ist mehr, als die meisten Menschen intuitiv auftragen.

Als Richtwert etwa so viel, wie ein kleines Schnapsglas fasst, verteilt auf alle unbedeckten Hautpartien. Eine Standardflasche mit 200 ml reicht für eine Person deutlich kürzer, als eine sparsame Nutzung vermuten lässt.

Meist etwa alle zwei Stunden bei längerem Sonnenaufenthalt, zusätzlich sofort nach dem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen der Haut mit dem Handtuch.

Es ergänzt den morgendlichen Schutz, erreicht aber selten die volle Referenzschichtdicke des Filters. Bei langer Sonnenexposition ist Abschminken und vollflächiges Nachcremen zuverlässiger.

Ohren, Nacken, Fußrücken, Haaransatz und Scheitel, Augenlider sowie Hände gehören zu den Körperstellen, die trotz regelmäßiger Sonnenexposition auffällig oft ausgelassen werden.

Sonnenschutz wird meist als letzter Pflegeschritt aufgetragen, nach Feuchtigkeitscreme oder Serum und vor dem Make-up, und braucht einige Minuten zum Einziehen.

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