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Haarpflege • 6 Min. Lesezeit

Wie wählt man das richtige Shampoo für den Haartyp? Ein Inhaltsstoff-Ratgeber

Erfahre, wie du das passende Shampoo für fettiges, trockenes, normales oder Mischhaar findest. Tenside, pH-Wert und wichtige INCI-Stoffe.

Veröffentlicht: 2026-02-16 • Aktualisierung: 2025-02-24

Warum ist die Wahl des richtigen Shampoos so wichtig?

Shampoo ist nicht einfach nur ein Reinigungsmittel – es ist der erste und wichtigste Schritt der Pflege, der die Kondition von Kopfhaut und Haarschaft unmittelbar beeinflusst. Ein falsch gewähltes Produkt kann Probleme wie fettende Ansätze, Trockenheit oder sogar Schuppen verschlimmern. Der Schlüssel zur richtigen Wahl liegt darin, die INCI-Zusammensetzung zu verstehen und sie an die individuellen Bedürfnisse der Kopfhaut anzupassen – denn sie, und nicht das Haar selbst, sollte über die Shampoo-Wahl entscheiden.

In unserer Inhaltsstoff-Enzyklopädie findest du detaillierte Beschreibungen jeder Substanz, was dir die Analyse der Etiketten in der Drogerie erleichtert.

Haartypen und ihre Bedürfnisse an Inhaltsstoffe

Fettiges Haar (fettende Kopfhaut)

Eine übermäßige Talgproduktion der Talgdrüsen führt dazu, dass das Haar schnell seine Frische verliert. Das bedeutet jedoch nicht, dass man zu den stärksten Tensiden greifen sollte – zu aggressives Waschen kurbelt die Talgproduktion paradoxerweise erst recht an (Rebound-Effekt).

Für fettige Kopfhaut eignen sich Shampoos mit moderaten Tensiden wie Sodium Laureth Sulfate (SLES) in Kombination mit milderen Co-Tensiden (z. B. Cocamidopropyl Betaine). Es lohnt sich, nach Inhaltsstoffen zu suchen, die die Talgproduktion regulieren: Zinc PCA, Niacinamid oder Brennnesselextrakt. Mehr über die Unterschiede zwischen den Tensiden liest du in unserem Artikel über SLS und SLES.

Trockenes und geschädigtes Haar

Trockenes Haar braucht eine sanfte Reinigung und gleichzeitig Feuchtigkeit. Am besten eignen sich sulfatfreie Shampoos (sulfate-free) mit Tensiden wie Coco-Glucoside, Decyl Glucoside oder Sodium Cocoyl Isethionate (SCI). In der Zusammensetzung lohnt sich die Suche nach Glycerin, Panthenol, Hyaluronsäure (Sodium Hyaluronate) sowie Ölen – Argan-, Jojoba- oder Mandelöl.

Meide Shampoos, bei denen SLS weit oben auf der INCI-Liste steht – für trockenes Haar können sie zu stark austrocknen.

Normales Haar

Wer normales Haar hat, genießt die größte Freiheit bei der Shampoo-Wahl. Es eignen sich sowohl milde anionische als auch amphotere Tenside. Trotzdem lohnt es sich, Shampoos mit einem hohen Silikonanteil zu meiden, da diese das Haar nach und nach beschweren können – mehr dazu in unserem Silikon-Ratgeber.

Mischhaar (fettige Kopfhaut, trockene Spitzen)

Das ist einer der häufigsten Haartypen und zugleich der am schwersten zu pflegende. Die Lösung ist ein auf die Kopfhaut abgestimmtes Shampoo (moderat reinigend) sowie eine Spülung, die ausschließlich auf die Längen und Spitzen aufgetragen wird. In der Kategorien der Spülungen findest du Produkte, die sich ideal eignen, um die Spitzen mit Feuchtigkeit zu versorgen, ohne die Kopfhaut zu beschweren.

Tenside – das Herz jedes Shampoos

Tenside sind die Substanzen, die für die Reinigung verantwortlich sind. Sie lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen:

  • Anionische (SLS, SLES, Sodium Cocoyl Isethionate) – am wirksamsten beim Entfernen von Talg und Schmutz, können aber reizen
  • Amphotere (Cocamidopropyl Betaine, Sodium Cocoamphoacetate) – mild, häufig als Co-Tenside eingesetzt
  • Nichtionische (Decyl Glucoside, Coco-Glucoside, Lauryl Glucoside) – am sanftesten, ideal für empfindliche Haut

In einem gut zusammengesetzten Shampoo findest du eine Kombination von Tensiden aus verschiedenen Gruppen – das Haupttensid reinigt, während die Co-Tenside seine Wirkung abmildern.

Die Bedeutung des pH-Werts im Shampoo

Der natürliche pH-Wert der Kopfhaut liegt bei 4,5–5,5. Shampoos mit einem pH-Wert in diesem Bereich sind am mildesten – sie spreizen die Schuppenschicht des Haares nicht auf und reizen die Haut nicht. Zu alkalische Shampoos (pH über 7) können krauses, mattes Haar und Hautreizungen verursachen. Leider geben Hersteller den pH-Wert nur selten auf der Verpackung an, weshalb es sich lohnt, sich an der Zusammensetzung zu orientieren – Shampoos mit milden Tensiden haben in der Regel einen niedrigeren pH-Wert.

Kopfhaut und Haar – zwei verschiedene Bedürfnisse

Das ist eine grundlegende Regel: Das Shampoo ist für die Kopfhaut, die Spülung für das Haar. Beim Waschen sollte das Shampoo hauptsächlich auf die Kopfhaut aufgetragen und mit den Fingerkuppen einmassiert werden. Der Schaum, der an den Längen herabfließt, reicht aus, um sie zu reinigen. Die Spülung trägst du dagegen von der Mitte der Längen abwärts auf und meidest dabei die Kopfhaut.

Wie liest man die INCI-Liste eines Shampoos?

Die INCI-Inhaltsstoffe sind von der höchsten bis zur niedrigsten Konzentration aufgeführt:

  • An erster Stelle steht fast immer Aqua (Wasser)
  • Die nächsten 2–3 Positionen sind die Haupttenside – sie bestimmen die Reinigungskraft
  • Wirkstoffe (Öle, Extrakte, Proteine) erscheinen in der Mitte der Liste
  • Konservierungsstoffe, Farbstoffe und Parfum stehen am Ende

Denk daran: Wenn ein wertvoller Inhaltsstoff (z. B. Arganöl) am Ende der Liste steht, ist seine Konzentration minimal – das kann eher ein Marketingtrick als ein echter Nutzen sein.

Analysiere die Zusammensetzung deines Shampoos in unserer Inhaltsstoff-Suche, um herauszufinden, was es wirklich enthält.

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FAQ

Ja, besonders wenn es starke Tenside wie SLS enthält. Deshalb empfiehlt es sich bei Mischhaar, das Shampoo hauptsächlich auf die Kopfhaut aufzutragen und eine Spülung für die Spitzen zu verwenden.

Das hängt vom Typ der Kopfhaut ab. Fettiges Haar muss möglicherweise alle 1–2 Tage gewaschen werden, trockenes sogar nur alle 3–5 Tage. Entscheidend ist, die eigene Kopfhaut zu beobachten.

Nicht unbedingt – sie sind milder zu empfindlicher, trockener oder gefärbter Haut, doch für eine fettige Kopfhaut bieten sie möglicherweise keine ausreichende Reinigung.

Der pH-Wert gibt den Säuregrad eines Produkts an. Shampoos mit einem pH-Wert von 4,5–5,5 liegen nahe am natürlichen pH-Wert der Kopfhaut und wirken am mildesten. Zu alkalische können krauses Haar und Reizungen verursachen.

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