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Haarkosmetik — Styling • 5 min Min. Lesezeit

Haarspray — was steckt in der INCI-Liste und wie wählt man das richtige?

Die wichtigsten Inhaltsstoffe von Haarspray: VP/VA Copolymer, Octylacrylamide, Alcohol denat. Der Unterschied zwischen flexiblem und starkem Halt und warum VOC zählen.

Veröffentlicht: 2024-09-19 • Aktualisierung: 2024-07-12

Wie wirkt Haarspray? Der Halt-Mechanismus aus chemischer Sicht

Haarspray ist ein Produkt, das die meisten Menschen intuitiv anwenden — man sprüht es auf die Frisur und hofft auf stundenlangen Halt. Hinter dieser einfachen Geste steckt jedoch eine komplexe Chemie aus Polymeren, Lösungsmitteln und Treibmitteln. Wer die INCI-Liste eines Haarsprays versteht, kann nicht nur ein wirksameres, sondern auch ein für Haare und Umwelt verträglicheres Produkt wählen.

Das Grundprinzip von Haarspray beruht darauf, eine dünne, elastische Polymerschicht auf der Haaroberfläche zu bilden. Sobald das Lösungsmittel (meist Alkohol) verdunstet, härtet das Polymer aus und „friert" die Frisur in der gewünschten Form ein. Je höher die Polymerkonzentration und je steifer die Polymerkette, desto stärker der Halt.

VP/VA Copolymer — der beliebteste Filmbildner in Haarsprays

VP/VA Copolymer (Copolymer aus Vinylpyrrolidon und Vinylacetat) ist das absolute Fundament der meisten Haarsprays. Seine Aufgabe ist es, einen transparenten, elastischen Film auf dem Haar zu bilden, der die Frisur hält, aber gleichzeitig ein gewisses Maß an Bewegung zulässt.

Das Verhältnis von VP zu VA im Copolymer bestimmt die Endeigenschaften. Ein höherer VP-Anteil (Vinylpyrrolidon) sorgt für bessere Wasserlöslichkeit und leichteres Auswaschen, jedoch für schwächeren Halt. Ein höherer VA-Anteil (Vinylacetat) erhöht die Feuchtigkeitsbeständigkeit und Haltekraft, dafür lässt sich das Produkt schwerer entfernen. Hersteller stimmen diese Verhältnisse je nach deklariertem Haltegrad ab — vom elastischen „Flexible Hold" bis zum extremen „Mega Hold".

Suche diesen Inhaltsstoff auf der INCI-Liste im oberen Bereich — je weiter oben, desto mehr Polymer steckt in der Formel und desto stärker ist der Halt. Wenn du das vollständige Profil dieses Inhaltsstoffs prüfen möchtest, besuche unsere Inhaltsstoff-Datenbank.

Octylacrylamide/Acrylates Copolymer — Unterstützung für Feuchtigkeitsbeständigkeit

Dieses Acryl-Copolymer kommt in Haarsprays als zweiter Filmbildner vor und ergänzt die Wirkung von VP/VA. Sein entscheidender Vorteil ist die hohe Hydrophobie — es bildet eine Barriere, die die Frisur wirksamer vor Feuchtigkeit schützt als VP/VA Copolymer allein.

Octylacrylamide/Acrylates Copolymer wird besonders in Haarsprays geschätzt, die für den Einsatz bei schwierigen Wetterbedingungen gedacht sind — Regen, Nebel, hohe Luftfeuchtigkeit. Premium-Hersteller kombinieren häufig beide Polymere und erzielen so eine Synergie: VP/VA sorgt für die Elastizität des Films, Octylacrylamide für dessen Wasserbeständigkeit.

Alcohol denat. — das Lösungsmittel, das blitzschnelles Trocknen ermöglicht

Alcohol denat. (vergällter Alkohol, denaturiertes Ethanol) ist der am häufigsten vorkommende Inhaltsstoff in Haarsprays — meist belegt er den ersten oder zweiten Platz auf der INCI-Liste. Seine Rolle ist zweifach: Er löst die filmbildenden Polymere und sorgt gleichzeitig für ein ultraschnelles Verdunsten nach dem Auftragen.

Warum gerade Alkohol? Weil er deutlich schneller verdunstet als Wasser, was einen sofortigen Halt ohne nasse, verklebte Strähnen ermöglicht. Eine Alternative wären Haarsprays auf Wasserbasis, doch diese trocknen langsamer und bieten schwächeren Halt — deshalb sind sie auf dem Markt eine Seltenheit.

Gut zu wissen: Alcohol denat. wirkt bei intensiver, täglicher Anwendung austrocknend auf das Haar. Wenn du Haarspray mehrmals pro Woche verwendest, solltest du Produkte mit Panthenol oder Glycerin in Betracht ziehen, die den austrocknenden Effekt teilweise ausgleichen.

Haltegrade — von Flexible bis Strong Hold

Hersteller von Haarsprays verwenden Halteskalen (meist 1–5 oder beschreibend: Light, Medium, Strong, Mega), doch es gibt keinen einheitlichen Branchenstandard. Das bedeutet, dass „Medium Hold" einer Marke dem „Strong Hold" einer anderen entsprechen kann.

Aus Sicht der INCI-Liste wird die Haltekraft bestimmt durch:

  • Polymerkonzentration — je weiter oben auf der INCI-Liste, desto stärker der Halt
  • Polymertyp — steife Polymere (z. B. Polyurethane-14) ergeben einen härteren Halt als elastische (VP/VA)
  • Verhältnis von VP zu VA — mehr VA = stärkerer Halt
  • Vorhandensein von Harzen — Shellac (Schellack) in Premium-Haarsprays sorgt für extrem dauerhaften Halt

Wenn du ein konkretes Produkt mit einem bestimmten Haltegrad suchst, nutze unsere Produktsuche, um die Inhaltsstoffe zu vergleichen.

Aerosol-Treibmittel — Butan, Isobutan und Propan in deinem Haarspray

Aerosol-Haarsprays enthalten eine Mischung aus Treibgasen: Butan, Isobutan und Propan. Dieselben Gase, die Feuerzeuge antreiben, sorgen dafür, dass das Haarspray als feiner Nebel versprüht wird. Auf der INCI-Liste findest du sie als Butane, Isobutane und Propane.

Treibmittel machen bis zu 40–60 % der Produktmasse in einem Aerosol aus. Es handelt sich nicht um Wirkstoffe — ihre einzige Aufgabe ist es, die Formel aus der Dose zu drücken und in feine Tröpfchen zu zerstäuben. Nach dem Auftragen auf das Haar verdunsten sie sofort.

Eine Alternative zu Aerosolen sind Haarsprays mit Zerstäuber (Pumpe), die keine gasförmigen Treibmittel enthalten. Sie ergeben etwas gröbere Tröpfchen und eine weniger gleichmäßige Verteilung, beseitigen aber das VOC-Problem der Treibmittel.

VOC — flüchtige organische Verbindungen und ihr Einfluss auf die Gesundheit

VOC (Volatile Organic Compounds) sind flüchtige organische Verbindungen, die sowohl von Alkohol als auch von Treibmitteln in Haarsprays freigesetzt werden. In geschlossenen Räumen können sie Konzentrationen erreichen, die die Atemwege reizen — besonders bei Menschen mit Asthma oder Allergien.

Die Vorschriften zu VOC in Kosmetika unterscheiden sich je nach Region. Die Europäische Union begrenzt den VOC-Gehalt in kosmetischen Aerosolen, doch die Grenzwerte sind im Vergleich zu den kalifornischen Regelungen (CARB), die Formeln mit reduziertem VOC-Gehalt erzwingen, relativ liberal.

Praktische Tipps, um die VOC-Belastung zu minimieren:

  • Verwende Haarspray in einem gut belüfteten Raum
  • Halte die Dose mindestens 30 cm vom Kopf entfernt
  • Erwäge Haarsprays mit Zerstäuber (ohne gasförmige Treibmittel)
  • Prüfe Produkte in unserem Kategorien-Katalog, um Optionen mit geringerer VOC-Emission zu finden

Worauf solltest du bei der Wahl eines Haarsprays achten?

Die Wahl des passenden Haarsprays ist eine Frage der Abstimmung auf den Haartyp, den gewünschten Effekt und die Anwendungshäufigkeit. Feines Haar reagiert besser auf Haarsprays mit leichtem Halt und niedriger Polymerkonzentration — starke Formeln beschweren und verkleben es. Dickes, schweres Haar braucht stärkere Polymere und eine höhere VP/VA-Konzentration.

Wenn dir leichtes Auswaschen wichtig ist, suche nach Haarsprays mit überwiegendem VP-Anteil gegenüber VA — sie sind besser wasserlöslich. Wenn Regenbeständigkeit Priorität hat, setze auf eine Formel mit Octylacrylamide/Acrylates Copolymer.

Möchtest du die Inhaltsstoffe deines Haarsprays prüfen? Gib den Produktnamen in unsere PurScore-Suche ein und erhalte eine detaillierte Analyse jedes INCI-Inhaltsstoffs — von filmbildenden Polymeren bis hin zu Treibmitteln.

FAQ

Bei gelegentlicher Anwendung verursacht er keine nennenswerten Schäden. Bei täglichem Gebrauch kann er die Haare austrocknen — dann lohnt es sich, Haarsprays mit Panthenol zu wählen oder eine feuchtigkeitsspendende Spülung zu verwenden.

Ein Aerosol-Haarspray enthält gasförmige Treibmittel (Butan, Isobutan, Propan), die einen feinen Nebel und eine gleichmäßige Verteilung gewährleisten. Ein Pumpspray enthält keine Treibmittel, ergibt gröbere Tröpfchen, ist aber hinsichtlich der VOC-Emission vorteilhafter.

Es ist das wichtigste filmbildende Polymer, das eine transparente Schicht auf dem Haar bildet und die Frisur hält. Das Verhältnis von VP zu VA beeinflusst die Elastizität und die Haltekraft.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC) aus Aerosol-Haarsprays tragen zur Luftverschmutzung bei. Eine Alternative mit geringerer Umweltbelastung sind Pumpsprays oder Produkte mit reduziertem VOC-Gehalt.

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