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Anti-Aging • 6 Min. Lesezeit

Squalan — der leichte Emollient für jeden Hauttyp

Squalan vs. Squalen, aus Oliven oder Zuckerrohr, Hai-Kontroverse: Warum Squalan nicht komedogen und ideal selbst für fettige Haut ist.

Veröffentlicht: 2026-04-18 • Aktualisierung: 2026-04-18

Squalan und Squalen — ein Buchstabe, ein gewaltiger Unterschied

Squalen (Squalene) ist ein natürliches Lipid, das im Sebum (Hauttalg) vorkommt — es macht etwa 12 % seiner Zusammensetzung aus. Es wird von den Talgdrüsen produziert und erfüllt eine antioxidative Funktion, indem es die Haut vor der Oxidation oberflächlicher Lipide schützt. Mit zunehmendem Alter sinkt die Squalen-Produktion, was zu Trockenheit und einem Verlust der Hautelastizität beiträgt.

Das Problem: Squalen ist äußerst instabil. Es enthält sechs Doppelbindungen, was es anfällig für Oxidation durch UV-Strahlung und Sauerstoff macht. Oxidiertes Squalen (Squalene Peroxide) ist komedogen — es kann die Poren verstopfen und zur Entstehung von Mitessern beitragen.

Squalan (Squalane) ist die hydrierte Form von Squalen — alle Doppelbindungen wurden mit Wasserstoff abgesättigt. Das Ergebnis: Das Molekül ist stabil, oxidationsbeständig, nicht komedogen und hat eine deutlich längere Haltbarkeit. Auf der INCI-Liste suchst du nach: Squalane (nicht Squalene).

Quellen von Squalan — Oliven, Zuckerrohr und Kontroversen

Squalan aus Haileber — Geschichte und Ethik

Historisch wurde Squalan aus der Leber von Tiefseehaien gewonnen (vor allem Arten aus der Familie der Centrophoridae), die eine außergewöhnlich hohe Squalen-Konzentration enthalten — bis zu 80 % der Lebermasse. Die Kosmetikindustrie war einer der Hauptabnehmer, was zu Überfischung und zur Gefährdung vieler Arten beitrug.

Obwohl die meisten renommierten Kosmetikmarken auf pflanzliche Quellen umgestiegen sind, ist Squalan aus Hai weiterhin auf dem Markt vertreten — besonders in günstigen Kosmetikprodukten aus Ostasien. Das Problem ist, dass keine Pflicht besteht, die Quelle auf der INCI-Liste anzugeben: Sowohl pflanzliches als auch tierisches Squalan erscheint als „Squalane“.

Squalan aus Oliven

Oliven enthalten 0,1–0,7 % Squalen, das aus den Nebenprodukten der Olivenölproduktion (Destillationsrückstände) isoliert und anschließend zu Squalan hydriert wird. Dies ist die häufigste pflanzliche Quelle auf dem europäischen Markt. Squalan aus Oliven ist chemisch identisch mit Squalan aus Hai — der Unterschied ist ausschließlich ethischer und ökologischer Natur.

Squalan aus Zuckerrohr

Eine neuere Quelle, die die Fermentation von Zuckerrohrzuckern durch genetisch veränderte Hefen (Saccharomyces cerevisiae) nutzt. Der Prozess ist effizienter und besser reproduzierbar als die Extraktion aus Oliven. Unternehmen wie Amyris (Marke Neossance) haben sich auf diese Technologie spezialisiert. Squalan aus Zuckerrohr wird als die nachhaltigste Quelle beworben.

Warum ist Squalan als Emollient so besonders?

Emollients sind Substanzen, die die Haut glätten und geschmeidig machen, indem sie die oberflächlichen Lipide ergänzen. Squalan hebt sich durch mehrere Eigenschaften von anderen Emollients ab:

  • Nicht komedogen — Squalan hat einen Komedogenitätswert von 0–1 (auf einer Skala von 0–5). Es verstopft selbst in reiner Form die Poren nicht, was unter Ölen eine Seltenheit ist.
  • Biomimetisch — als natürliche Form des im Sebum vorkommenden Squalens wird Squalan von der Haut als „körpereigenes“ Lipid erkannt. Es zieht schnell ein, ohne einen fettigen Film zu hinterlassen.
  • Leichte Textur — Squalan hat die Konsistenz eines leichten Öls (nicht zu verwechseln mit Buttern oder Wachsen). Es ist ideal für Menschen, die Feuchtigkeit brauchen, aber schwere Cremes nicht vertragen.
  • Stabilität — das Fehlen von Doppelbindungen bedeutet Oxidationsbeständigkeit. Squalan wird nicht ranzig, benötigt keine antioxidativen Konservierungsstoffe und hat eine lange Haltbarkeit.
  • Vielseitigkeit — geeignet für trockene Haut (als Emollient), fettige Haut (verstopft die Poren nicht), empfindliche Haut (keine Reizungen) und reife Haut (unterstützt die Hautbarriere).

Prüfe in der Inhaltsstoff-Enzyklopädie, welche deiner Kosmetikprodukte Squalan enthalten.

Squalan im Kontext von Anti-Aging

Squalan allein ist kein typischer Anti-Aging-Wirkstoff im Sinne einer Kollagenstimulation oder Faltenreduktion. Seine Rolle in der Anti-Aging-Pflege ist unterstützend:

  1. Stärkung der Hautbarriere — eine gesunde Barriere ist die Grundlage für die Wirksamkeit aktiver Inhaltsstoffe. Ohne sie verursachen Retinol, Vitamin C und Peeling-Säuren Reizungen statt Regeneration.
  2. Reduktion des TEWL — Squalan verringert den transepidermalen Wasserverlust und erhält so die optimale Feuchtigkeit, die für die Reparaturprozesse der Haut unerlässlich ist.
  3. Träger für Wirkstoffe — Squalan ist ein hervorragendes Lösungsmittel für lipophile Inhaltsstoffe (z. B. Retinol, Vitamin E, Coenzym Q10) und verbessert deren Penetration.
  4. Antioxidative Wirkung — obwohl schwächer als Vitamin C oder E, zeigt Squalan moderate antioxidative Eigenschaften und schützt die Hautlipide vor der Peroxidation.

In der Anti-Aging-Routine bewährt sich Squalan am besten als letzter Schritt — nach dem Serum mit aktiven Inhaltsstoffen, als okklusiv-emollierende Schicht, die die Feuchtigkeit einschließt. Mehr über den Aufbau einer Routine erfährst du im Leitfaden zu aktiven Inhaltsstoffen.

Wie wählt man ein gutes Squalan aus?

  1. Prüfe die Quelle — wähle Marken, die eine pflanzliche Herkunft angeben (Oliven oder Zuckerrohr). Zertifikate wie „shark-free“ oder Angaben zur Quelle auf der Website des Herstellers.
  2. Reines Squalan — als sortenreines Produkt erhältlich (100 % Squalane). Ideal zum Mischen mit Serum oder zum Auftragen als letzter Pflegeschritt.
  3. In der Cremeformel — Squalan übernimmt in Cremes die Rolle eines Emollients. Suche es in Gesichtscremes mit guter Zusammensetzung.
  4. Auf der INCI-Liste — vergewissere dich, dass du Squalane (stabil) siehst und nicht Squalene (instabil, in oxidierter Form komedogen).

Fazit

Squalan ist einer der vielseitigsten und sichersten Emollients in der Kosmetik. Leicht, nicht komedogen, stabil und biomimetisch — geeignet buchstäblich für jeden Hauttyp. Wähle Produkte mit pflanzlichem Squalan (aus Oliven oder Zuckerrohr), meide Quellen aus Haileber und denke an den Unterschied zwischen Squalan (Squalane) und Squalen (Squalene) — dieser eine Buchstabe macht einen gewaltigen Unterschied.

Prüfe, ob deine Kosmetikprodukte Squalan enthalten →

FAQ

Squalen (Squalene) ist die instabile Form mit Doppelbindungen, anfällig für Oxidation und potenziell komedogen. Squalan (Squalane) ist die hydrierte, stabile Form — nicht komedogen, oxidationsbeständig und sicher für jeden Hauttyp.

Nein — Squalan hat einen Komedogenitätswert von 0–1 auf einer Skala von 0–5. Es ist eines der wenigen Öle, die selbst in reiner Form die Poren nicht verstopfen. Es ist sogar für fettige und zu Akne neigende Haut sicher.

Heutzutage hauptsächlich aus Oliven (Nebenprodukte der Olivenölproduktion) oder aus Zuckerrohr (Hefefermentation). Historisch wurde es aus der Leber von Tiefseehaien gewonnen — diese Praxis wird in einigen Regionen noch immer angewendet, aber die meisten europäischen Marken sind auf pflanzliche Quellen umgestiegen.

Squalan reduziert Falten nicht auf aktive Weise. Seine Rolle im Anti-Aging ist unterstützend: Es stärkt die Hautbarriere, verringert den Wasserverlust und dient als Träger für Wirkstoffe (Retinol, Vitamin C). Es ist eine hervorragende Ergänzung einer Routine, nicht deren Fundament.

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