Am 19. Oktober 2026 erläuterte die Dermatologin und Ernährungsmedizinerin Dr. Yael Adler in einem Interview für Brigitte, dass Kollagen das wichtigste Strukturprotein des menschlichen Körpers sei. Es verleihe Haut, Knochen, Sehnen und Bindegewebe Festigkeit und Stabilität. Mit zunehmendem Alter nehme die körpereigene Produktion ab, sodass die Haut dünner und Falten sichtbarer werden.

Kollagen in Cremes: Kurzfristige Feuchtigkeit, kein Tiefenwirkung

Laut Brigitte kann Kollagen, das in Hautpflegecremes enthalten ist, die Hautoberfläche befeuchten und kurzfristig glätten. Aufgrund der relativ großen Molekülgröße dringt es jedoch nicht bis in die Lederhaut (Dermis) vor, wo das eigentliche Bindegewebe liegt. Deshalb sei die alleinige Anwendung von Kollagen‑Cremes nicht ausreichend, um langfristige Festigkeit zu erzielen.

Echte Kollagenquellen: Fischhaut, Fleisch, Knochenbrühe, Gelatine

Die Expertin weist darauf hin, dass natürliches Kollagen ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Typische Quellen seien Fischhaut, verschiedene Fleischsorten, Knochenbrühe sowie Gelatine. Aus diesen Rohstoffen wird zudem das Kollagen für Nahrungsergänzungsmittel gewonnen. Wer also auf eine direkte Zufuhr von Kollagen abzielt, sollte solche Lebensmittel regelmäßig in den Speiseplan integrieren.

Erste sichtbare Effekte nach acht bis zwölf Wochen

Nach Brigitte zeigen sich bei regelmäßiger Einnahme von Kollagenpeptiden nach etwa acht bis zwölf Wochen erste, meist moderate Effekte. Dazu zählen eine verbesserte Hautfeuchtigkeit, ein leicht geglättetes Hautbild sowie ein berichtetes stärkeres Haar‑ und Nagelwachstum. Die Wirkung sei jedoch von Person zu Person unterschiedlich und sei nicht mit dramatischen Veränderungen zu vergleichen.

Veganes „Kollagen“: Aminosäuren‑Mischung, keine tierischen Proteine

Veganes Kollagen, so erklärt Dr. Adler, sei in der Regel keine echte Kollagenform, sondern eine Mischung aus Aminosäuren, Vitaminen und weiteren Nährstoffen, die die körpereigene Kollagensynthese unterstützen sollen. Pflanzen liefern zwar kein Kollagen, jedoch die Bausteine – vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten, Soja und Samen. Vitamin‑C‑reiches Obst und Gemüse ergänzen diesen Prozess, da Vitamin C für die Umwandlung der zugeführten Bausteine in Kollagen unerlässlich ist.

UV‑Schutz, Sport und Schlaf: Die stärksten Anti‑Aging‑Faktoren

Obwohl Kollagenpräparate und -cremes beliebte Pflegemaßnahmen sind, betont die Dermatologin, dass UV‑Schutz, regelmäßige körperliche Aktivität, ausreichender Schlaf und eine ausgewogene Ernährung die Hautalterung stärker beeinflussen als jedes Supplement. Ein konsequenter Lichtschutz, idealerweise mit einem geeigneten Lichtschutzfaktor, sollte deshalb stets Teil der täglichen Routine sein.

Zusammengefasst empfiehlt Dr. Yael Adler, Kollagen aus einer Kombination von echten Lebensmittelquellen, gezielter Supplementierung (nach Rücksprache mit Fachpersonal) und vor allem robusten Lifestyle‑Maßnahmen zu beziehen.

Was das für Verbraucher bedeutet

Für Konsumenten bedeutet dies: Cremes mit Kollagen können die Haut kurzfristig glätten, ersetzen jedoch keinen umfassenden Schutz vor Hautalterung. Wer langfristig von Kollagen profitieren möchte, sollte tierische Lebensmittel wie Fischhaut, Fleisch, Knochenbrühe oder Gelatine in den Speiseplan aufnehmen und gegebenenfalls Kollagenpeptide über ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen – dabei Geduld haben, denn sichtbare Effekte zeigen sich erst nach acht bis zwölf Wochen. Vegane Alternativen unterstützen die körpereigene Synthese, ersetzen aber kein echtes Kollagen. Unabhängig von der Produktwahl bleibt ein konsequenter UV‑Schutz, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf und eine vitamin‑C‑reiche, ausgewogene Ernährung die wirksamste Strategie gegen vorzeitige Hautalterung.