Ist DHA in Selbstbräunern sicher? Was die Forschung sagt
DHA-Selbstbräuner – wie sicher ist Dihydroxyaceton? Wir zeigen, was die Forschung sagt, welche EU-Grenzen gelten und wie du diese Produkte sicher anwendest.
Was ist DHA und wie wirkt es in Selbstbräunern?
Dihydroxyaceton (DHA, INCI: Dihydroxyacetone) ist ein Zucker mit drei Kohlenstoffatomen – eine natürlich vorkommende organische Verbindung – und der zentrale Wirkstoff nahezu aller Selbstbräuner ohne Sonne. Der Wirkmechanismus von DHA ist gut erforscht und unterscheidet sich grundlegend von der UV-Bräune: DHA reagiert mit Aminosäuren und Proteinen in den äußeren, abgestorbenen Zellschichten der Oberhaut (Stratum corneum) – einem Vorgang, der als Maillard-Reaktion bezeichnet wird – und bildet dabei braun gefärbte Melanoidin-Verbindungen.
Da die Reaktion ausschließlich in den oberflächlichen, abgestorbenen Zellen abläuft, dringt DHA bei normaler äußerlicher Anwendung weder in lebendes Gewebe noch in nennenswertem Maße in den Blutkreislauf ein. Das ist ein grundlegender Unterschied zu vielen anderen Wirkstoffen.
Was sagt der wissenschaftliche EU-Ausschuss (SCCS) zur Sicherheit von DHA?
Der SCCS hat eine ausführliche Stellungnahme zu DHA veröffentlicht (SCCS/1347/10 und Aktualisierungen). Die wichtigsten Schlussfolgerungen:
- Auf die Hautoberfläche aufgetragenes DHA (nicht auf Schleimhäute, nicht zur Inhalation) gilt bei den üblichen kosmetischen Konzentrationen als sicher
- Die EU-Verordnung 1223/2009 lässt DHA als Bestandteil von Selbstbräunern ohne Konzentrationsgrenze für die oberflächliche Anwendung zu, sofern angemessene Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden
- DHA ist bei äußerlicher Anwendung nicht als krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend eingestuft
Wo liegen die Grenzen der Sicherheit?
Die Sicherheit von DHA wurde vor allem im Zusammenhang mit zwei Szenarien hinterfragt:
1. Einatmen des Aerosols bei Spray-Selbstbräunern
Studien, die unter anderem in den Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurden, weckten Bedenken hinsichtlich des Einatmens von DHA in Aerosolen (Spray, Sprühbräunungskabine). Eingeatmete DHA-Partikel können in die Atemwege gelangen, wo sie mit lebendem Gewebe in Kontakt kommen und nicht nur mit der abgestorbenen Oberhaut. Die FDA (US-amerikanische Behörde für Lebensmittel und Arzneimittel) rät bei der Sprühanwendung von Selbstbräunern zur Vorsicht – insbesondere dazu, das Einatmen sowie den Kontakt mit den Schleimhäuten von Mund, Augen und Nase zu vermeiden.
Der SCCS stellt in seiner Stellungnahme fest, dass die Sicherheit von DHA bei der Anwendung in Aerosolen einer zusätzlichen Bewertung bedarf, was zu der Empfehlung von Vorsichtsmaßnahmen für diese Produktformen führte.
2. Schädigt DHA die DNA?
Mehrere In-vitro-Studien zeigten, dass DHA in Zellkulturen genotoxische Effekte ausüben kann. Studien in vivo (an lebenden Organismen) sowie Berechnungen der Hautexposition deuten jedoch darauf hin, dass die DHA-Konzentrationen, die bei typischer oberflächlicher Anwendung die lebenden Zellen der Oberhaut erreichen, zu niedrig sind, um ein reales Risiko darzustellen. Der SCCS bewertete das genotoxische Risiko bei oberflächlicher Anwendung als akzeptabel niedrig.
DHA und Photosensibilisierung – ein wichtiger Praxisaspekt
Ein weniger bekanntes, aber durch Studien belegtes Phänomen ist die Photosensibilisierung der Haut nach der Anwendung von DHA. Die Produkte der Maillard-Reaktion auf der Hautoberfläche können UV-Strahlung absorbieren und freie Radikale erzeugen, wodurch die Haut anfälliger für Sonnenschäden wird.
Eine Studie aus dem Jahr 2013, veröffentlicht in Free Radical Biology and Medicine, zeigte, dass mit DHA bedeckte Haut unter UV-Einfluss eine deutlich höhere Produktion von ROS (reaktiven Sauerstoffspezies) aufweist als Haut ohne das Präparat. Die praktische Empfehlung: Trage nach dem Auftragen eines DHA-Selbstbräuners eine Creme mit Lichtschutzfaktor (SPF) auf – die durch DHA erzielte Bräune schützt nicht vor UV-Strahlung und wirkt nicht wie ein Sonnenschutz.
Wie wendet man Selbstbräuner mit DHA sicher an?
- Vermeide Aerosole in geschlossenen Räumen ohne Belüftung – wenn du ein Spray verwendest, geh nach draußen oder öffne die Fenster und halte während des Sprühens die Luft an
- Trage nach jeder Anwendung eines Selbstbräuners eine Creme mit SPF auf – DHA erhöht die Photosensibilisierung der Haut
- Vermeide den Kontakt mit den Schleimhäuten – rund um Augen, Mund und Nase schützende Barrierecremes auftragen
- Prüfe das Haltbarkeitsdatum – oxidiertes DHA ist weniger wirksam und kann zu ungleichmäßigen Verfärbungen führen
Die vollständige Zusammensetzung des Selbstbräuners, den du ausgewählt hast, kannst du in der Inhaltsstoff-Enzyklopädie von PurScore nachschlagen. Nicht alle Selbstbräuner enthalten ausschließlich DHA – manche Hersteller fügen Erythrulose (die einen wärmeren Ton ergibt), temporäre Bronzer oder Selbstbräunungs-Wirkstoffe der zweiten Generation hinzu.
Alternativen und Innovationen bei Selbstbräunern
Der Markt für Selbstbräuner entwickelt sich weiter. Erythrulose (Erythrulose) ist ein natürlicher Zucker, der ähnlich wie DHA wirkt, jedoch langsamer und einen goldeneren Farbton ergibt. Immer mehr Marken bieten Formulierungen an, die DHA mit Erythrulose kombinieren, um einen natürlicheren Effekt zu erzielen. Temporäre Bronzer (kosmetische Pigmente) lassen sich im Gegensatz zu DHA mit Wasser abwaschen und reagieren nicht mit der Oberhaut.
Es lohnt sich, die Übersichten der bestbewerteten Selbstbräuner durchzusehen, in denen die Zusammensetzung automatisch im Hinblick auf das Sicherheitsprofil analysiert wird.
Hinweis: Dieser Artikel dient zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei Unsicherheiten bezüglich Hautreaktionen oder Allergien wende dich an eine Dermatologin oder einen Dermatologen.
FAQ
Ja, DHA (Dihydroxyaceton) ist durch die EU-Verordnung 1223/2009 für die Verwendung in selbstbräunenden Kosmetikprodukten zugelassen. Der SCCS hat es bei oberflächlicher Anwendung als sicher eingestuft. Gewisse Vorbehalte betreffen Produkte in Aerosolform aufgrund des Risikos des Einatmens.
Nein. Die durch DHA erzielte Bräune bietet keinerlei UV-Schutz. Mehr noch: Studien deuten darauf hin, dass mit DHA-Reaktionsprodukten bedeckte Haut anfälliger für Sonnenschäden sein kann. Verwende nach dem Auftragen eines Selbstbräuners immer eine Creme mit Lichtschutzfaktor (SPF).
DHA reagiert ausschließlich mit den äußeren, abgestorbenen Schichten der Oberhaut (Stratum corneum) und dringt nur in sehr begrenztem Maße in lebendes Gewebe ein. Bei normaler oberflächlicher Anwendung gelangt es nicht in klinisch relevanten Mengen in den Blutkreislauf.
Verwende das Spray im Freien oder in einem gut belüfteten Raum. Halte während des Sprühens die Luft an und schütze Augen, Mund und Nase. Warte, bis das Produkt getrocknet ist, bevor du einen geschlossenen Raum betrittst. Denk nach der Anwendung an eine Creme mit SPF.
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