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Sonne und Lichtschutz • 7 Min. Lesezeit

UVA- vs. UVB-Filter — was sind die Unterschiede und warum ist beides unverzichtbar?

UVA beschleunigt die Hautalterung und fördert Melanome, UVB verursacht Sonnenbrand. So erkennen Sie Broad Spectrum, PA++++ und PPD auf Sonnencremes.

Veröffentlicht: 2025-03-03 • Aktualisierung: 2025-10-24

Zwei Strahlungsarten — zwei unterschiedliche Gefahren

Das Sonnenlicht, das die Erdoberfläche erreicht, enthält zwei Arten ultravioletter Strahlung mit dermatologischer Bedeutung: UVA (315–400 nm) und UVB (280–315 nm). Obwohl beide die DNA der Hautzellen schädigen, sind ihr Wirkmechanismus und ihre gesundheitlichen Folgen grundlegend verschieden. Diesen Unterschied zu verstehen, ist der Schlüssel zur bewussten Wahl des Sonnenschutzes.

UVC-Strahlung (100–280 nm) wird nahezu vollständig von der Ozonschicht absorbiert und erreicht die Haut unter natürlichen Bedingungen nicht — deshalb konzentrieren wir uns im Kontext des Lichtschutzes ausschließlich auf UVA und UVB.

UVA — der stille Verursacher von Hautalterung und Melanomen

UVA-Strahlung macht rund 95 % der UV-Strahlung aus, die die Erde erreicht. Ihre Intensität ist das ganze Jahr über relativ konstant — sie durchdringt Wolken, Autoscheiben und dünne Stoffe. Im Gegensatz zu UVB dringt UVA-Strahlung tief ein und gelangt bis in die Lederhaut (Dermis), wo sie Kollagen- und Elastinfasern zerstört.

Folgen einer chronischen UVA-Exposition:

  • Lichtalterung — Falten, Verlust der Festigkeit, Pigmentflecken. Schätzungen zufolge sind bis zu 80 % der sichtbaren Anzeichen der Hautalterung auf UV-Exposition zurückzuführen, hauptsächlich auf UVA.
  • Malignes Melanom — epidemiologische Studien haben einen starken Zusammenhang zwischen UVA-Exposition und der Entstehung des Melanoms nachgewiesen, der gefährlichsten Form von Hautkrebs.
  • Immunsuppression — UVA schwächt die lokale Immunantwort der Haut und verringert die Fähigkeit des Körpers, geschädigte Zellen zu beseitigen.

Besonders bedeutsam ist, dass UVA weder Rötung noch Brennen auslöst — die Haut sendet kein Warnsignal. Die Schäden summieren sich über Jahre ohne sichtbare Symptome, was UVA besonders gefährlich macht.

UVB — Sonnenbrand und Plattenepithelkarzinom

UVB-Strahlung macht nur 5 % der UV-Strahlung aus, die die Erdoberfläche erreicht, doch ihre Energie ist deutlich höher als die von UVA. UVB-Strahlen wirken vor allem auf die Oberhaut (Epidermis) ein und sind direkt verantwortlich für:

  • Sonnenbrand (Erythem) — Rötung, Schmerz, in schweren Fällen Blasen. Die minimale Erythemdosis (MED) hängt vom Hauttyp ab.
  • Plattenepithelkarzinom (SCC) — die zweithäufigste Form von Hautkrebs, stark mit der kumulativen UVB-Exposition verbunden.
  • Aktinische Keratosen — Krebsvorstufen, die sich zu einem SCC entwickeln können.

Die Intensität von UVB verändert sich im Tagesverlauf (Höchststand zwischen 10:00 und 16:00 Uhr) und im Jahresverlauf (Maximum im Sommer). UVB dringt nicht durch Glas — deshalb kommt es hinter der Autoscheibe nicht zu Sonnenbrand, die UVA-bedingte Alterung schreitet jedoch fort.

Broad Spectrum — was bedeutet das wirklich?

Der Wert SPF (Sun Protection Factor) misst ausschließlich den Schutz vor UVB. Eine Creme mit SPF 30 sagt nichts über den UVA-Schutz aus. Deshalb ist die Kennzeichnung Broad Spectrum (breites Spektrum) entscheidend, die den Schutz vor beiden Strahlungsarten garantiert.

In Europa gilt der Colipa-Standard (heute Cosmetics Europe): Eine Creme darf das eingekreiste UVA-Zeichen nur dann tragen, wenn der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des SPF-Werts beträgt. Das bedeutet, dass eine Creme mit SPF 30 einen UVA-Schutz von mindestens PPD 10 bieten muss.

PA++++ und PPD — wie wird der UVA-Schutz gemessen?

Der UVA-Schutz wird durch mehrere Systeme ausgedrückt:

  • PPD (Persistent Pigment Darkening) — eine In-vivo-Methode, die die Hautverfärbung nach UVA-Exposition misst. PPD 10 bedeutet eine zehnfache Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten der Verfärbung.
  • PA+ bis PA++++ — ein japanisches Klassifikationssystem, das auf dem PPD basiert. PA++++ steht für PPD ≥ 16, was das höchste UVA-Schutzniveau darstellt.
  • Boots Star Rating — ein in Großbritannien verwendetes System, das das Verhältnis von UVA- zu UVB-Schutz auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen bewertet. Fünf Sterne bedeuten, dass der UVA-Schutz nahezu dem UVB-Schutz entspricht.

Suchen Sie bei der Wahl einer Sonnencreme nach Produkten mit PA++++ oder dem europäischen UVA-Zeichen. Diese Kennzeichnungen garantieren, dass der Schutz vor alternden Strahlen auf einem angemessenen Niveau liegt. Überprüfen Sie die Zusammensetzung Ihrer Creme in unserer Inhaltsstoff-Datenbank, um konkrete UVA-Filter zu identifizieren.

Wie wählt man den richtigen Schutz?

Orientieren Sie sich bei der Wahl einer Sonnencreme an folgenden Grundsätzen:

  1. Mindestens SPF 30 — blockiert 97 % der UVB-Strahlung. SPF 50 blockiert 98 %, der Unterschied ist minimal.
  2. Kennzeichnung Broad Spectrum oder europäisches UVA-Zeichen — die Garantie für den Schutz vor beiden Strahlungsarten.
  3. PA+++ oder PA++++ — wenn das Produkt vom asiatischen Markt stammt, wählen Sie die höchste Kategorien.
  4. Erneutes Auftragen alle 2 Stunden — kein Filter ist dauerhaft. Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen mit dem Handtuch sollte die Creme erneut aufgetragen werden.

Mehr über die Wahl des richtigen SPF-Niveaus lesen Sie in unserem Ratgeber SPF in Cremes — wie viel brauchen Sie wirklich?

Fazit — UVA-Schutz ist genauso wichtig wie UVB-Schutz

Jahrelang konzentrierte sich die Kosmetikbranche auf den SPF und ignorierte den UVA-Schutz. Heute wissen wir, dass UVA für Hautalterung und Melanome verantwortlich ist, während UVB Sonnenbrand und Plattenepithelkarzinome verursacht. Ein vollständiger Lichtschutz erfordert den Schutz vor beiden Strahlungsarten — wählen Sie daher stets Produkte mit nachgewiesenem Breitbandschutz.

Möchten Sie prüfen, ob Ihre Sonnencreme vor UVA schützt? Suchen Sie sie in unserer Datenbank und analysieren Sie die Liste der Wirkstoffe.

FAQ

Nein — der SPF misst ausschließlich den Schutz vor UVB. Den Schutz vor UVA bestätigen die Kennzeichnungen PA++++, PPD oder das eingekreiste europäische UVA-Zeichen (Colipa). Achten Sie stets auf die Kennzeichnung Broad Spectrum.

UVA ist die Hauptursache der Lichtalterung, da es tief in die Lederhaut eindringt und Kollagen sowie Elastin zerstört. Es wirkt das ganze Jahr über, sogar durch Glasscheiben und Wolken hindurch.

PA++++ ist die höchste UVA-Schutzkategorie im japanischen System und entspricht einem Wert von PPD ≥ 16. Es bedeutet eine mindestens 16-fache Verlängerung der Zeit bis zum Auftreten einer UVA-bedingten Verfärbung.

Nein — handelsübliches Fensterglas blockiert den Großteil der UVB-Strahlung, weshalb es hinter einer Scheibe nicht zu Sonnenbrand kommt. UVA dringt jedoch durch Glas, was bedeutet, dass die Lichtalterung selbst im Auto fortschreitet.

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