Selbstbräuner und DHA in der Zusammensetzung — wie es wirkt, wie man es anwendet und worauf man achten sollte
Wie wirkt DHA in Selbstbräunern? Maillard-Reaktion, Erythrulose, richtige Anwendung und Sicherheit. INCI-Namen kennen und das beste Produkt wählen.
Was ist DHA und warum findest du es in jedem Selbstbräuner?
DHA (Dihydroxyaceton) ist ein einfacher Zucker (Monosaccharid), der für den bräunlichen Hautton nach der Anwendung eines Selbstbräuners verantwortlich ist. Auf der INCI-Liste erscheint es als Dihydroxyacetone. Es ist kein Farbstoff im herkömmlichen Sinne — es lagert sich nicht wie ein Pigment auf der Hautoberfläche ab, sondern geht eine chemische Reaktion mit den Aminosäuren der Hornschicht ein.
DHA wird seit den 1960er-Jahren in Kosmetika eingesetzt. Heute findest du es in Schäumen, Lotionen, Cremes und Selbstbräuner-Sprays — von Drogerieprodukten bis hin zu professionellen Spray-Tanning-Kabinen. Bevor du jedoch zu einem Produkt greifst, lohnt es sich zu verstehen, was genau auf deiner Haut passiert.
Die Maillard-Reaktion — die Chemie hinter der Farbe
Die Bräune aus dem Selbstbräuner ist das Ergebnis der Maillard-Reaktion — derselben, die Brot beim Backen oder Fleisch auf dem Grill seine braune Farbe verleiht. DHA reagiert mit freien Aminogruppen (vor allem Lysin und Arginin) im Keratin der Oberhaut und bildet dabei bräunliche Verbindungen, die sogenannten Melanoidine.
Wichtige Fakten zu dieser Reaktion:
- Sie findet ausschließlich in den abgestorbenen Zellen der Hornschicht statt — sie dringt nicht tiefer ein.
- Die Farbe entwickelt sich allmählich innerhalb von 2–6 Stunden nach dem Auftragen.
- Das volle Ergebnis ist nach 24 Stunden sichtbar.
- Die Bräune hält 5–7 Tage und verblasst mit der natürlichen Abschuppung der Oberhaut.
- Sie regt die Melaninproduktion nicht an — es handelt sich um eine rein oberflächliche chemische Reaktion.
Wichtig: Die Bräune aus dem Selbstbräuner schützt nicht vor UV-Strahlung. Melanoidine erfüllen keine Schutzfunktion wie das natürliche Melaninpigment. Du brauchst weiterhin einen SPF-Filter — mehr über die Auswahl des richtigen Schutzes liest du im Artikel SPF in Cremes — wie viel brauchst du wirklich?
Erythrulose — die mildere Alternative
Erythrulose (INCI: Erythrulose) ist ein weiterer Zucker, der in Selbstbräunern verwendet wird, oft in Kombination mit DHA. Es wirkt nach demselben Prinzip — es reagiert mit den Aminosäuren der Oberhaut — aber langsamer und schonender.
Unterschiede zwischen DHA und Erythrulose:
- Geschwindigkeit: DHA liefert die Farbe in 2–6 Stunden, Erythrulose benötigt 24–48 Stunden.
- Farbton: DHA kann einen gelblich-orangen Ton ergeben, Erythrulose ein wärmeres, natürlicheres Braun.
- Haltbarkeit: Die Farbe aus Erythrulose verblasst gleichmäßiger.
- Verträglichkeit: Erythrulose ist milder und reizt die Haut seltener.
Die besten Selbstbräuner kombinieren beide Inhaltsstoffe: DHA sorgt für den schnellen Effekt, während Erythrulose ihn ebenmäßiger macht und verlängert. Sieh dir die genauen Profile dieser Substanzen in unserer Inhaltsstoff-Enzyklopädie an.
Wie trägt man Selbstbräuner richtig auf?
Selbst der beste Selbstbräuner hinterlässt Streifen, wenn er nachlässig aufgetragen wird. Hier ein bewährter Ablauf:
- Peeling 24 Stunden vorher: Entferne abgestorbene Hautschüppchen (besonders an Ellbogen, Knien und Knöcheln). Eine ungleichmäßige Hornschicht = ein ungleichmäßiger Farbton.
- Trockene Stellen pflegen: Trage auf Ellbogen, Knie und Knöchel eine dünne Schicht einer leichten Lotion auf — das verringert die Aufnahme von DHA an diesen Stellen.
- Auftragen mit Handschuh: Verwende einen speziellen Selbstbräuner-Handschuh. Trage das Produkt in kreisenden Bewegungen Abschnitt für Abschnitt auf.
- Hände zum Schluss: Wische die Hände nach dem Auftragen mit einem feuchten Tuch ab — orange Handinnenflächen sind ein klassischer Fehler.
- Trockenzeit: Warte mindestens 10 Minuten, bevor du dich anziehst. Am ersten Tag locker sitzende, dunkle Kleidung tragen.
- 6–8 Stunden nicht duschen: Gib der Maillard-Reaktion Zeit, die Farbe vollständig zu entwickeln.
INCI-Namen — worauf du auf dem Etikett achten solltest
Bei der Wahl eines Selbstbräuners lohnt es sich, die Zusammensetzung zu lesen. Hier die wichtigsten Positionen:
- Dihydroxyacetone — der wichtigste selbstbräunende Wirkstoff (DHA).
- Erythrulose — ein unterstützender selbstbräunender Zucker, verbessert die Natürlichkeit der Farbe.
- Aloe Barbadensis Leaf Juice — spendet Feuchtigkeit und beruhigt die Haut.
- Glycerin, Hyaluronic Acid — Feuchthaltemittel, die ein Austrocknen verhindern.
- Caramel — ein kosmetischer Farbstoff, der das gleichmäßige Auftragen erleichtert (beeinflusst die Selbstbräunung nicht).
Meide Produkte mit hohem Alkoholgehalt (Alcohol Denat. weit oben auf der INCI-Liste) — sie trocknen die Haut aus und können die Gleichmäßigkeit der Bräune verschlechtern.
Ist DHA sicher?
DHA gehört zu den am gründlichsten untersuchten kosmetischen Inhaltsstoffen. Der SCCS-Ausschuss (Scientific Committee on Consumer Safety) der Europäischen Kommission stuft es in Konzentrationen bis zu 10 % für Produkte zur Anwendung auf der Haut als sicher ein.
Die häufigsten Bedenken und die Fakten dazu:
- Aufnahme: DHA reagiert in der Hornschicht und dringt nicht in die lebenden Hautschichten ein. Die systemische Aufnahme ist minimal.
- Freie Radikale: In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass DHA nach der Reaktion mit Aminosäuren unter UV-Einfluss freie Radikale erzeugen kann. Verzichte deshalb umso weniger auf einen SPF-Filter.
- Inhalation: Bei Sprays und Spray-Tanning-Kabinen besteht das Risiko, DHA einzuatmen. Schütze Mund und Nase oder wähle Cremes/Schäume.
- Allergie: Allergische Reaktionen auf DHA sind sehr selten, aber möglich. Mache bei empfindlicher Haut einen Test an einer kleinen Stelle.
Selbstbräuner vs. echte Bräune — Fazit
Ein Selbstbräuner mit DHA ist eine sichere kosmetische Alternative zum Solarium und zu langen Sonnenbädern. Er setzt dich keiner UV-Strahlung aus, beschleunigt die Hautalterung nicht und erhöht nicht das Risiko von Hautkrebs. Das Einzige, was er nicht bietet, ist Schutz — deshalb bleibt eine Creme mit Lichtschutzfilter Pflicht.
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FAQ
Nein. Die Bräune aus dem Selbstbräuner ist eine chemische Reaktion mit der abgestorbenen Oberhaut — sie regt die Melaninproduktion nicht an und bietet keinen UV-Schutz. Du musst weiterhin eine Creme mit SPF-Filter verwenden.
In der Regel 5–7 Tage. Die Farbe verblasst allmählich mit der natürlichen Abschuppung der Hornschicht der Oberhaut. Regelmäßige Feuchtigkeitspflege der Haut verlängert den Effekt.
Ja — DHA gilt beim europäischen SCCS-Ausschuss in Konzentrationen bis zu 10 % als sicher. Es reagiert ausschließlich mit den abgestorbenen Zellen der Oberhaut und wird nicht in nennenswerten Mengen in den Blutkreislauf aufgenommen.
Erythrulose wirkt langsamer (24–48 Stunden statt 2–6 Stunden), ergibt einen wärmeren, natürlicheren Farbton und verblasst gleichmäßiger. Häufig wird es mit DHA kombiniert, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
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