LSF 30 vs. LSF 50 — der echte Unterschied beim Sonnenschutz
LSF 30 oder LSF 50 — wie groß ist der echte Unterschied beim Schutz? Was die Wissenschaft über UV-Filter sagt und wann ein höherer LSF wirklich zählt.
Was ist der LSF und was misst er eigentlich?
Der LSF (Lichtschutzfaktor) ist ein standardisierter Wert, der angibt, um wie viel länger wir uns ohne Sonnenbrand in der Sonne aufhalten können als mit ungeschützter Haut. Dieser Wert bezieht sich ausschließlich auf die UVB-Strahlung — sie verursacht Rötungen und Verbrennungen der Haut. Die Regelungen zum kosmetischen Lichtschutz in der Europäischen Union sind in der EG-Verordnung 1223/2009 sowie in den Leitlinien der Europäischen Kommission von 2006 zur Kennzeichnung von Sonnenschutzprodukten festgelegt.
Wichtig: Der LSF sagt nichts über den Schutz vor UVA-Strahlung aus, die tiefer in die Haut eindringt, die Hautalterung beschleunigt und mit der Entstehung von Melanomen in Verbindung gebracht wird. Deshalb sollte man bei der Wahl eines Sonnenschutzprodukts prüfen, ob es auch einen UVA-Filter enthält (gekennzeichnet durch das UVA-Symbol im Kreis oder durch den PPD/PA-Wert).
Die Mathematik hinter dem LSF — wie groß ist der echte Unterschied zwischen 30 und 50?
Das ist eine der häufigsten Fragen unter Nutzern von Sonnenschutzmitteln. Die Antwort ist überraschend einfach:
- LSF 30 blockiert etwa 96,7 % der UVB-Strahlung
- LSF 50 blockiert etwa 98,0 % der UVB-Strahlung
- LSF 100 blockiert etwa 99,0 % der UVB-Strahlung
Der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50 beträgt also knapp 1,3 Prozentpunkte in der absoluten Absorption. Betrachtet man die Sache jedoch aus Sicht der durchgelassenen Strahlung, ändert sich das Bild:
- LSF 30 lässt 3,3 % der UVB-Strahlung durch
- LSF 50 lässt 2,0 % der UVB-Strahlung durch
Das bedeutet, dass LSF 50 etwa 40 % weniger UVB-Strahlung durchlässt als LSF 30. Für Menschen mit heller Haut, Hauttyp I oder II nach der Fitzpatrick-Skala, mit einer Vorgeschichte von Krebsvorstufen oder solche, die photosensibilisierende Medikamente einnehmen, kann dieser Unterschied eine echte klinische Bedeutung haben.
Wann reicht LSF 30 und wann lohnt sich LSF 50?
LSF 30 — für wen und wann?
LSF 30 ist die passende Wahl für die meisten Menschen mit mittlerem oder dunklerem Hautton (Hauttyp III–VI), die Sonnenschutz im Alltag nutzen — bei Spaziergängen, dem Weg zur Arbeit oder beim Aufenthalt im Schatten. Wichtiger Vorbehalt: Studien zeigen, dass der durchschnittliche Verbraucher nur 25–50 % der empfohlenen Menge Sonnencreme (2 mg/cm² Haut) aufträgt, was den tatsächlichen LSF in der Praxis sogar halbieren kann.
LSF 50 — für wen und wann?
Ein höherer Faktor ist angezeigt, wenn du viel Zeit in der Sonne verbringst (Urlaub, Arbeit im Freien, Sport), eine helle Haut hast (Hauttyp I–II) oder eine empfindliche, reaktive Haut, Retinoide, AHA-/BHA-Säuren oder andere photosensibilisierende Wirkstoffe verwendest, schwanger bist (Melasma-Risiko) oder dich an Wasser, Schnee oder Sand aufhältst, die die Strahlung reflektieren.
Dermatologen empfehlen LSF 50 für Kinder und für Menschen mit einer Vorgeschichte von Hautkrebs. Das vollständige Angebot an Produkten mit Filter findest du in der Kategorien Sonnenschutz auf PurScore.pl.
Ist LSF 50 sicherer für die Haut?
Manche Verbraucher befürchten, dass ein höherer LSF mit einer größeren Konzentration chemischer Filter und damit mit einem höheren Risiko für Hautreizungen einhergeht. Das SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) bewertet regelmäßig die Sicherheit der in der EU zugelassenen Filtersubstanzen — die Liste der erlaubten UV-Filter findet sich in Anhang VI der Verordnung 1223/2009. Substanzen wie Avobenzone, Tinosorb S oder mineralische Filter (Zinkoxid ZnO, Titandioxid TiO₂) gelten in den gesetzlich zugelassenen Konzentrationen als sicher. Ausführliche Informationen zu den Filterinhaltsstoffen findest du in der INCI-Enzyklopädie von PurScore.pl.
Es lohnt sich sicherzustellen, dass das Produkt einen Breitbandschutz UVA+UVB bietet. Sieh dir die verfügbaren Ranglisten der Produkte mit dem besten Lichtschutz an.
Wie trägt man den Filter richtig auf, um den angegebenen Schutz zu erreichen?
Selbst der höchste LSF wirkt nicht, wenn er falsch angewendet wird. Hier die wichtigsten Regeln:
- Trage 2 mg/cm² des Produkts auf — das entspricht etwa einem Teelöffel für Gesicht und Hals
- Trage die Creme 20–30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne auf
- Erneuere die Anwendung alle 2 Stunden oder nach jedem Baden und Schwitzen
- Vergiss Ohren, Nacken, Dekolleté und Fußrücken nicht
Denk auch daran, dass kein Sonnenschutzmittel einen 100%igen Schutz bietet — weitere Bausteine des Lichtschutzes sind UPF-Kleidung, Kopfbedeckungen und das Meiden der Sonne zwischen 10:00 und 14:00 Uhr.
Fazit — LSF 30 oder LSF 50?
Für den urbanen Alltag und die Hauttypen III–VI ist ein richtig aufgetragener LSF 30 mit Breitband-UVA-Schutz ausreichend. Bei intensiver Sonneneinstrahlung, heller Haut oder Haut, die besonderen Schutz benötigt, lohnt es sich definitiv, zu LSF 50 zu greifen. Denk daran: Ein regelmäßig und korrekt aufgetragener LSF 30 ist mehr wert als ein selten verwendeter LSF 50.
Dieser Artikel dient lediglich der Information und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei Zweifeln zum Hautschutz konsultiere einen Dermatologen.
FAQ
Nein. LSF 25 blockiert etwa 96 % der UVB-Strahlung, LSF 50 rund 98 %. Der Schutz steigt nicht linear — ein höherer LSF liefert nur eine geringfügig höhere Absorptionsobergrenze, während die korrekte Anwendung einen größeren Einfluss auf die Wirksamkeit hat als der höhere Faktor allein.
Beide Filterarten sind in den durch die EU-Verordnung 1223/2009 zugelassenen Konzentrationen sicher. Mineralische Filter werden häufig für empfindliche Haut und Säuglinge empfohlen, während organische (chemische) Filter in der Regel eine leichtere Textur und eine einfachere Anwendung bieten.
In der Regel nicht. Dekorative Kosmetik tragen wir in zu geringer Menge auf, um den angegebenen LSF zu erreichen. Dermatologen empfehlen, eine dedizierte Sonnencreme unter dem Make-up zu verwenden.
Alle 2 Stunden bei dauerhafter Sonneneinstrahlung sowie nach jedem Baden oder starkem Schwitzen — unabhängig von der Angabe waterproof auf der Verpackung.
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